Überredet / К высокому счастью

Mir klingt´s in den Ohren.
Hör auf zu rumoren,
mein verworrener Geist!
Den Blick soll ich schulen?
Ich fände die Blume
die Vergissmeinnicht heißt?

Ich soll die Gefühle
von gestern durchwühlen,
denn es gäbe dort Gold?
Danach soll ich suchen
und nicht widerrufen,
was ich früher gewollt?

Ich soll nicht verzagen,
wenn grau auch die Tage
und mein Himmel so bleich?..
Ich will es versuchen,
wenn steil auch die Stufen
bis ins selige Reich.

10. September 1989

К высокому счастью / Überredet

Мне сердце сказало:
«Ты должен сначала
от страданий уйти,
в луга оглядеться,
в поляны всмотреться,
незабудку найти.

Но грусть и волненья
достойны спасенья,
хоть и трудно их несть.
От прошлых мечтаний
осталось звучанье.
В них жемчужина есть.»

Хоть небо сурово,
не буду я снова
у печалей в плену.
Забыв о ненастье,
к высокому счастью
я подняться рискну.

Auch wenn es herbstet / Осенние бури

Für Nora Pfeffer

Wenn sacht im Wind
                   der Hoffnungslosigkeit
die Blätter an den Bäumen
                   der Verheißung zittern
und dich, mein Herz,
             die Einsamkeit umschlingt,
um ihre leisen Lieder dir zu singen,
so nimm es hin, nimm´s hin
                 und sei nicht so verbittert.
auch wenn es herbstet
       und so manchmal niedergeht –
                  ein drohendes Gewitter.
Denn auch am herbstlich
                               grauen Himmel
sind warme Farben noch zu finden,
die deine Schmerzen wieder lindern.
Und widerstehe – deinem Kummer,
der dich verzehrt und tief bedrückt.
Damit die Träume – oh, die Träume! –
                           nicht verstummen,
die dir so manches Lied gesungen –
      von Freude und von Zuversicht.

24. Mai 1989

Осенние бури / Auch wenn es herbstet

            Норе Пфеффер

Когда безысходные
ветры бушуют,
надежд беззащитные
листья срывая,
когда одиночество
тихо тоскует,
о сердце, смирись,
эту боль принимая.

Осенние бури
грозят неизбывно?
Иль мрачные тучи
тебя угнетают?
Ты тёплые краски
ищи непрерывно,
 ведь только они
все страданья смягчают.

Сумей воспротивиться
тяжкой печали –
пусть даже она тебе
сердце снедала, –
чтоб песни надежды твоей
не молчали
и чтобы мечта твоя горя
не знала.

Geradlinig / Прямолинейно

Wir biegen manchmal gern gerade,
was krumm ist ganz naturgemäß,
und denken gar nicht an den Schaden.
Dafür ist ein Problem gelöst!

Es hieß: Das ist die Krumme Gasse.
Wie abstoßend der Name ist!
Beschlossen wird: Abtragen lassen.
Den krummen Teil. In schnellster Frist.

Die Straße, die da bogenförmig
umspannte einen kleinen Fluss,
wird nun verstümmelt gottserbärmlich.
Den Ortsbewohnern zum Verdruss.

Dann musste eben auch das Flüsschen
geradgebogen werden… Nein,
das kostete nicht viel… Ein bisschen…
Es ging von selber langsam ein…

Heut schnitzt man fleißig neue Pläne.
Im Ganzen eigentlich nicht dumm.
Es bleibt allein nur zu erwähnen:
Man biegt die Gasse wieder krumm.

1984

Прямолинейно / Geradlinig

Кривую выпрямить нетрудно –
опять мешает нам она.
Ничто не мучит нас подспудно,
когда проблема решена.

Бежит неровная дорога,
кривая улица, приток…
Решаем мы тогда с порога:
все разогнуть в короткий срок.

Речушку улица обходит:
нужна природе кривизна,
но на кого-то вдруг «находит»
к печали жителей села.

Мы выпрямлять всё научились,
не стоит это нам труда.
Но что-то с речкой вдруг случилось:
ни речки нету, ни пруда.

Мы строить планы, начинаем.
Пока ж идут дела да суд,
то снова речку выгибаем,
дорогу, улицу и пруд.

In stiller Hoffnung / Край родной у Волги

Wenn die Tage düster sind,
wenn die Seele missgestimmt,
wenn die Himmelsbogen trüb,
wenn es keinen Ausweg gibt,
denke ich an dich, an dich,
o Heimat an der Wolga…

Sorgen gab´s auch dort genug.
Auch Gewalt und Volksbetrug.
Doch es gab auch Sonnenschein!
Denn man fühlte sich daheim.
Und es grüßte dich, o dich
die Heimat an der Wolga.

Fleiß und Eifer waren Trumpf.
Und die Wiesen blühten bunt.
Und die Saaten prangten grün.
Und die Träume waren kühn!
Froh umarmte dich, o dich
die Heimat an der Wolga.

Und die Muttersprache klang
so vertraut und so verwandt!
Und die Sitten waren deutsch –
wolgadeutsch in Leid und Freud:
Gern umsorgte dich, o dich
die Heimat an der Wolga…

Wenn das Lied der Freude schweigt,
wenn mich Wehmut tief ergreift,
wenn der Gramm im Herzen frisst,
wenn der Hoffnungsstrahl erlischt,
denke ich an dich, an dich,
o Heimat an der Wolga!..

23. Dezember 1990

Край родной у Волги / In stiller Hoffnung

Если день мрачней, чем ночь,
гонит память радость прочь,
заперт выход грузом бед,
а надежд простыл и след,
ты один мне дашь совет,
о край родной у Волги.

Мы и раньше знали гнёт,
но везли свой воз вперёд.
Хоть и тучей шла беда,
были дома мы тогда.
Ты светил в пути всегда,
о край родной у Волги.

Труд нам радость приносил
и свои плоды дарил.
Смелым был полёт мечты,
там цвели надежд сады.
Были мы тобой горды,
о край родной у Волги.

Там немецкий наш язык
в нашу кровь и плоть проник.
И обычьев древних сад
нам дарил свой аромат.
Ныне мучит боль утрат,
о край родной у Волги.

Если песнь моя молчит,
тихо скорбь в душе звучит,
боль прошедших лет гнетёт
дни и ночи напролёт,
то мечта к тебе зовёт,
о край родной у Волги.

Was wir verlangen… / ***

Bedrückt, deprimiert
            und niedergeschlagen
von den bitteren Folgen
      des Zwangs ferner Jahre,
der uns grausam verjagt
von den Ufern der Wolga –
              aus unserer Heimat,
ist bis auf den heutigen Tag
(fast ein halbes Jahrhundert
        sind offen die Wunden!)
mein Volk noch ein Geisel
          der düsteren Schatten
der Stalinschen Zeit
           und wartet und wartet
mit Geduld auf den Sieg
                der Gerechtigkeit…

Wie schön und wie gut,
       wenn die „Wiedergeburt“
(die leider bis jetzt
                    nicht genehmigt;
und ich weiß nicht, warum.
Ob die Gnade noch stumm?)
zur Wiedergeburt
unsrer Staatlichkeit führt.
Damit die Sowjetdeutschen
dann ihre Sprache
                     und ihre Kultur –
diese Krümchen, die heut
     noch erhalten geblieben, –
wieder zu hegen und wieder
zu pflegen vermögen daheim –
an der Wolga! – wie einst.

Ein Volk,
         das sich auflösen sollte…
Wann verwirklicht
                                sich endlich
der sehnliche Traum
                         meines Volkes?
O sagt mir doch, wann?..
Man hat uns so lang,
      so lang übergangen
              und totgeschwiegen…
O bitteres Leid,
            o verzehrender Gram,
o ewiges Bangen!..
Und was wir begehren,
            und was wir verlangen,
ist nicht übertrieben,
                  ist gar nicht zu viel,
ist gerecht und human!

1989

*** / Was wir verlangen…

Народ мой подавлен был
                                   в годы насилья.
Бездушный Указ
                                   его с Волги изгнал.
Вокруг – недоверье
                                   и злобы засилье.
Безвинно виновный,
                                   он духом упал.

Шагая нелегкой дорогой
                                   гонений,
жестоко страдает от ран
                                   мой народ.
Живёт он заложником
            сталинской тени
и с болью в душе
            справедливости ждёт.

Всем сердцем приветствую я
                                   «Возрожденье»,
/хоть общество
            и не признали пока/
Надежду вселяет
                                   его появленье.
И цель наша, кажется,
                                   всё же близка.

Когда Автономию нам
                                   восстановят
и примет с любовью нас
                                   родина – мать,
тогда из развалин
                                   сумеем мы снова
родной свой язык
                                   и культуру поднять.

Развитие наций
                                   имеет значенье.
Культура утратить себя
                                   не должна.
Испита до дна нами
                                   чаша терпенья.
О нас полстолетья
                                   молчала страна.

Полвека о немцах
                                   советских – ни слова.
Причина, конечно,
                                   не только в войне…
И всё, что мы просим
                                   сегодня, – не ново,
вполне справедливо,
                                   гуманно вдвойне.

Sei mir gegrüßt! / Я шлю тебе привет

Einst war mein Zuhause
                        in Schaffhausen.
Nein, nicht in der Schweiz.
              Auf der Wiesenseite
des großen Wolgastroms,
     mit dem die Flüsse in Europa
an Länge, Wasser und an Güte
nicht vergleichbar sind.
Dort stand sie, meine Wiege…

Du, Schaffhausen,
   mit deinem kleinen Tannenwald,
mit deinen Seen, deinen Feldern,
mit deinen Gärten, deinen Wiesen,
du bist mein Heimatdorf geblieben.
Wenn ich dich auch
                        recht bald
                              verlassen musste.

O nein,
    du konntest mir nicht helfen!
Doch, mein Heimatdorf, ich wusste
immer, und ich weiß auch heut,
dass du allein
            mein Kleinod bleibst,
das ich im Herzen trage
        bis zu meinem letzten Tage.

Und ich hab
           dich nie verschwiegen,
hab dich nie verraten –
dich, du meiner Kindheit Stätte,
dich, die du betrübt gebettet
hattest meine Ahnen
            einst zur ew´gen Ruh.
Und ich weiß, auch du, auch du
bist stets
            den Deinen treu geblieben.

Und du weißt,
            dass wir dich innig lieben…
Ist Heimweh denn
                        ein solches Übel?
Ist es womöglich Aberglauben?
Wer, um des Himmels willen,
            möchte das behaupten?..
Sei mir gegrüßt,
    mein Heimatdorf Schaffhausen!

  1. Juli 1987

Я шлю тебе привет / Sei mir gegrüßt!

Я был у Волжских
            берегов рождён.
В раздолья Волги
            с детских лет влюблён.
В Европе нет
            прекраснее реки!
Её богатства
            очень велики!
Моё село
            Шафгаузен звалось,
счастливо нам
            трудилось и жилось.
Ударило известье,
            словно гром:
мы все должны
            покинуть отчий дом…

Нам край родной
            не смог помочь тогда,
но в сердце он остался
                        навсегда.
Село моё, я о тебе пою.
К тебе любовь
            в душе своей храню.
Надежды и мечты моей
                        рассвет,
дороже для меня
            сокровищ нет.
Я не предам тебя
            своим молчаньем.
Ты – боль моя,
            моё воспоминанье.
Твои луга и нивы
                        нас зовут.
Ты дедов наших
            и отцов приют.
И ты – я знаю –
            верность нам хранишь.
В тиши ночной
            страдаешь и грустишь.
Но, может, ностальгия –
                        это зло
иль суеверья
            чёрное крыло?
Тоски моей
            и радости предмет,
Шафгаузен,
            я шлю тебе привет!

Elegische Dichtung / Заповедь

Sei gegrüßt, liebe Heimat
            am mächtigen Wolgastrom!
Deine Fluren und Felder
                   und Gärten und Dörfer
auf der Berg- und der Wiesenseite
         habe so oft ich durchwandert
als Kind und im Jünglingsalter…

Und habe ich immer bestaunt
                 und mich immer gefreut
und mich immer ergötzt
an deiner bestrickenden Anmut
                             und Holdseligkeit.
Sogar in den Wirren
                           der bitterschweren
verwickelten dreißiger Jahre…

Bist gealtert. Wie ich.
                               Und gebrechlich
geworden. Und, ach!, dein Gesicht
        ist zerfurcht und zerschründet:
Wir waren so lange getrennt
und konnten dir, Heimat, die Hand
des Erbarmens und Mitleids
                                      nicht reichen,
deine Tränen nicht stillen,
            deine Wunden nicht heilen…

Ich ziehe vor dir,
      mein verkümmertes Heimatdorf,
betrübt und beklommen den Hut.
Wir waren so lange getrennt
             und konnten dich nicht mehr
umsorgen. Jetzt liegst du –
                verfallen-verödet-zerstört –
und wartest auf unsere Hilfe…

Ich verneige mich grübelnd
                        (und lächelnd!) vor dir,
seichtes Flüsschen Majanga,
worin meine barfüßig-sorglose
Kindheit gepanscht und geplanscht
       und so manchmal vor Übermut
all deine Wasser getrunken…

Ich verbeuge mich tief
                   nun vor dir, stille Steppe.
Wie verwahrlost-verlassen
                du heute dahinvegetierst.
Erinnerst du dich noch daran,
               wie wir einst in den Armen
einander gelegen und Lieder
von grünender Hoffnung gesungen?

Vor deinem vergißmeinnichtblauen
        und gütigen Himmel, o Heimat,
knie ich barhäuptig nieder
               und flehe dich inständig an:
Nimm sie auf – deine Kinder,
die so lang in der Fremde geharrt,
und beschirme sie wieder!

Darum unser erstes Gebot:
                           Damit wir einander
nie wieder verlieren!

  1. August 1989

Заповедь / Elegische Dichtung

Любовь моя, Волга великая,
                        здравствуй!
Мне дорог с рождения
                        сёл твоих лик.
Живи же в душе моей
                        вечно и царствуй!
Я к нивам твоим
                        и равнинам привык.

Бродил по лугам и лесам
                        в восхищенье.
Меня опьяняла
                        твоя красота.
И чувства к тебе
            не затмили лишенья,
тридцатые годы
                        и дней суета.

О край мой, мы оба
            с тобой постарели,
и беды давно уже
                        нас развели.
Мы высушить слёзы твои
                        не сумели
и боль твоих ран
            утолить не смогли.

Село моё милое,
                        знаю я, знаю:
в упадок пришло ты
                        и помощи ждёшь.
И я, опечаленный,
                        шапку снимаю:
С надеждой в душе
                        ты полвека живёшь.

Речушка Маянга,
            ты помнишь, мы вечно
резвились и заняты были
                                   игрой,
плескались в искрящихся
                        водах беспечно…
Теперь я в раздумье
                        стою пред тобой.

О степь незабвенная
                        лет моих нежных,
ты стала запущенной,
                        дикой, пустой.
Ты пела мне песни
                        зелёной надежды.
А помнишь, как мы
                        обнимались с тобой?

О доброе небо,
                        мы знали гоненья.
Ты детям своим
                        дальний путь освети!
Отчизна, стою пред тобой
                                   на коленях:
прими сыновей своих
                                   и защити.

Нас Волга вернуться
                        домой попросила.
В краю своём будем мы
                        духом сильны.
Хочу, чтобы заповедь
                        наша гласила:
Теперь мы друг друга
                        терять не должны.

Quer durch das Leben / Тернистый путь

Empfinden

Allmählich verstummt
der wilde Tumult
der wirren Gefühle…
Die Tränen versiegen…
die nächtliche Stille
behütet die Träume
der einsamen Seele –
ein Hoffnungsgebilde
von herrlicher Fülle…
O zartes Empfinden!

Gellende Flammen

Vor Aufregung stammelt
die zitternde Angst,
die Drohung verfolge
sie schamlos und dreist…
Die gellenden Flammen
des Zorns und des Zwanges
verzehren frohlockend
die Gutmütigkeit.

Idyll

Ein Haus ohne Wände:
Ein Hügelgelände.
Mit Höhen und Senken.
Mit Wald und mit Wiesen,
voll Wärme und Güte.
Mit Solokantaten
und Cellosonaten.
Unterm sanftblauen Himmel.
Hier lässt es sich denken.
Hier lässt es sich sinnen.
Hier findest du Ruhe,
verzweifelte Stimmung.

Der Eintritt

„Sind die Türen zum Tempel
der Musen verschlossen?“
So fragst du betroffen.
Doch sei nicht verdrossen
und versuche es wieder
und wieder, geduldig
und leise hier anzuklopfen.
Und man wird deine Bitte
dort drinnen erhören
und wird dir den Eintritt
in den heiligen Tempel
der Musen gewähren.

Abschied

Weint die Trauerweide
ihren Blättern nach?..
Oh, du zages Scheiden,
gelbes Ungemach!..

Und die welken Blätter –
stilles Erdenleid! –
liegen eingebettet
nun im Staub der Zeit.

Freudestumm

Stille Abenddämmerung:
Zeichen der Zerrissenheit?
Zwielicht der Vergänglichkeit?
Oder ist´s die Harmonie
Oder eine Sinfonie
friedlicher Verständigung?..
Und ich träume freudestumm.
Und ich lasse wiederum
freien Lauf der Phantasie.

Intrigantin

Ist´s der Lüge nicht gelungen,
mit der bösen Lästerzunge
zu entfachen – Hass und Streit,
schmiedet Ränke sie erneut…
Gibt es wirklich keine Pillen,
um den blinden Zorn zu stillen,
der die Intrigantin packt,
wenn kein Opfer niedersackt?

Hoffnungsstrahl

„Gerechtigkeit!“
wird überall spektakelt.
Getan jedoch wird wenig.
Der letzte Strahl erlischt:
Ein ganzes Volk
ist in den Staub getreten
in jenem großen Lande,
das seine Heimat ist.

Gestutzte Flügel

Die Deutschen sind gefügig.
Drum macht man auch mit ihnen
gerade, was man will.
Gestutzt sind ihre Flügel
schon fünfzig lange Jahre:
Sie schuften. Gramerfüllt.
Die Wahrheit ward geknebelt.
Und die Verfemten leben
im ganzen Land zerstreut…
Ein Hoch auf Josef Stalin (?):
Die Russlanddeutschen tragen
bis heut ihr schweres Kreuz.

Resistenz

Die Distel ist nicht schuld daran,
dass die Natur sie so erschaffen,
dass ihre Blätter stachlig sind…
Als Unkraut wird sie ausgerissen.
Ihr Retter ist der Urinstinkt.
Drum wächst sie stoisch überall –
am Weg, am Strande und im Garten,
sogar in tiefen Felsenklüften,
am liebsten aber auf dem Acker…
Ihr danken für die Leckerbissen
der weiß gefleckte Distelfalter
sowie der bunte Distelfink.

15. September 1990

Тернистый путь / Quer durch das Leben

Чувства / Empfinden

Растрёпанных чувств
улеглось постепенно волненье.
И высохли слёзы,
и ночь поглотила смятенье.
Спокойны и тихи
в объятиях тьмы черноокой
мечтанья и нежные чувства
души одинокой.

Пламень злобы / Gellende Flammen

«Бесстыдно шагает
за мною угроза», –
лепечет, дрожа
от волнения, страх
Тем временем
в пламени силы и злобы
опять доброта
превращается в прах.

Идиллия / Idyll

То горы, то долы….
Приют, где нет крыши…
Вокальное соло
здесь утром услышишь.
Сонаты для скрипки
звучат на просторе.
Здесь солнце улыбки,
кантаты и хоры…
Взлетаешь к надеждам
и мыслям высоким.
И чувствуешь здесь ты
себя…одиноким.

Терпенье / Der Eintritt

В святилище Музы
Вопросы печально
на сердце ложатся.
Спокойно! Ты будь
терпеливым теперь.
И в дверь эту снова
рискни постучаться.

Услышат в святилище
просьбу твою.
У Музы святой
обретешь ты доверье.
И двери в сей храм,
для тебя распахнут,
но должен сперва
проявить ты терпенье.

Разлука / Abschied

Прощается с листьями блёклая ива
и плачет по ним.
Сорвался последний листок от порыва
и скрылся от зим.

Поблёкшие, жёлтые, грустные листья –
земли нашей быль.
Покрыли дожди и бураны их быстро
и времени пыль.

Закат / Freudestumm

Тихий вечер и закат.
Я шагаю наугад.
Полусвет и полумрак.
Я приметам света рад.
Это к радости вступленье
иль ушедшего знаменье?
Спор? Гармонии звучанье?
Разобщенность? Пониманье?
Я шагаю и молчу.
В мир фантазии лечу.

Интриганка / Intrigantin

Коль не удалось интригой
правду заковать в вериги
и разжечь враждебность снова –
к новым козням ложь готова.

Жаль, что нет пока лекарства,
чтобы лжи низвергнуть царство.
Ведь она добра не будет,
если жертву не погубит.

Луч надежды / Hoffnungsstrahl

Речиста «правда», как актёр.
Поступков нет, лишь слов напор.
И гаснет вновь надежды луч.
И горизонт в налёте туч.
Народ наш втоптан в грязь в стране.
Он пыль на собственной земле.

Подрезанные крылья / Gestutzte Flügel

Советские немцы
уступчивы были.
И с ними всегда,
что хотели, творили.
Подрезали крылья
полвека назад.
Но их от труда
не отторгнул и ад.

В жестокие годы
о них не забыли:
их всех по широкой
стране распылили.
И был это только ли
Сталина жест?
немцы свой крест.

Стойкость / Resistenz

Хоть не виновны сорняки,
что ввысь и вширь растут с шипами,
мы их природе вопреки
бездушно рвём всегда с корнями.

Инстинкт спасёт чертополох:
в нём есть напористость и стойкость.
И пусть порою хил и плох,
он путь найдёт и в скалах бойко.

Ему спасибо говорят
щегол и бабочка на поле.
И он взрастает без преград
и быстро множится на воле.

Solang dein Herz noch schlägt / Оглянись

Manchmal tappen die Gefühle
hin und her wie taub und blind
in der Angst, dass sie versiegen…
Ob wohl Leere nun beginnt?

Setz ein Bäumchen für die Enkel.
Glaube mir – ein lohnend Ziel.
Deiner lange sie gedenken
So erwacht dein Pflichtgefühl.

Manchmal schleppt sich der Gedanke
vorwärts nur mit Müh und Not.
Und dein Mut beginnt zu winken…
Ob Gedankenleere droht?

Denk daran, was uns beschieden,
die wir Friedenskämpfer sind.
Denk daran, dass, um den Frieden
zu erhalten, wir bestimmt.

Hört dein Herz einst auf zu schlagen,
bleibt dein Lebenswerk zurück.
Wirke, fechte kühn und wage –
ringe um den Menschen Glück!

1984

Оглянись / Solang dein Herz noch schlägt

Вновь глухие чувства бродят
слепо, тупо за тобой.
Выход к свету не находят
в страхе перед пустотой.

Посади-ка сад для внуков!
Это дело стоит свеч!
И душа осилит скуку.
Ты тоске противоречь!

С тайной грустью замечаешь:
мысль умчалась без следа.
И ты мужество теряешь:
ожидает пустота?

Оглянись на мир огромный!
Есть просторы для добра.
Посмотри, пойми, запомни,
что раздор гасить пора.

Сердце бьётся не напрасно.
К справедливости стремись!
Постоянно, смело, гласно
против лжи и зла борись!

Die Welt bleibt jung und schön!

Die Sonne geizt mit ihren warmen Strahlen.
Und immer kälter weht der Abendwind.
Ob sich das Wetter ändert mit den Jahren?..
Ob wir, mein Herz, denn alt geworden sind?..

Die Tage werden kürzer, wenn, es herbstet.
Bemessen ist der Weg – ob nah, ob weit.
Die Sonne aber scheint ja dort am wärmsten,
wo Herzensgüte ihr entgegeneilt.

Die Nächte… Ja, die Nächte werden länger:
Erinnerungen meiden oft den Schlaf
Verwehte Tage? Längst verhallte Klänge?
Was unvergesslich, klingt zeitlebens nach!..

Die innre Unrast sehnt sich nach dem Morgen.
Zum Ort der Handlung eilt sie dann hinaus.
und tut ihr Bestes gern auf eigne Faust…

Wird auch das Wetter anders mit den Jahren –
auf Erden bleibt das Leben jung und schön…
Es gilt daher, den Frieden zu bewahren:
Dann wird die Welt des Schönen fortbestehn!

26. August 1985

*** / Die Welt bleibt jung und schön

Не греет солнце добрыми лучами.
На небе нет предутренней звезды.
Возможно, климат стал другим с годами.
А может, сердце, постарело ты?

Короче дни. И осень ближе, ближе…
Отмерен путь, не близок, не далёк.
И солнца луч я только там увижу,
Где добротой он на сердце мне лёг.

А ночь длинна… Мелодией нежданной
Опять мне в сердце память постучит
Всплывают дни и годы из тумана.
Что в сердце живо, то всегда звучит.

И сердце вновь тоскует по рассвету.
И к месту действия торопится, спешит.
Грядущий день формует по завету
И этим днём по-своему вершит.

С годами мир добрее станет, краше.
И будет жизнь совсем другой тогда.
Лишь только б мирным было небо наше –
И в ночь не канет жизни красота.