Leider… / К сожалению

O heller Julihimmel,
da schlägt es aber dreizehn!
Willst deine blauen Reize
im Sommer all verheizen,
damit uns dann im Winter
die Fröste nicht mehr peitschen?
Es wird ja immer heißer!
Mit Lob soll man nicht geizen:
Du würdest wohl gewinnen.
Doch hab ich leider Kreuzweh.
Sonst würden wir die Klingen
mal miteinander kreuzen…

13. Juli 1988

К сожалению / Leider…

Июль, ты так прекрасен,
но слишком ты пылаешь.
Своё очарованье
ты в зное зря сжигаешь.

А может, день январский
тогда добрее будет?
И стужей ледяною
он душу не остудит?

Июльский зной сильнее.
Хвалы твой день достоин.
И ждут тебя награды:
ты храбрый, сильный воин.

Мне бури и невзгоды
здоровье надломили,
иначе б мы с тобой
клинки ещё скрестили.

Wenn die Rechnung stimmt / Ожидание

Die Erfahrung
der Jahrhunderte beweist:
Alles, was dein eigen ist,
hat seinen Preis.
Doch besteht darin
ein krasser Unterschied,
wer wovon wieviel
in seinem Leben kriegt:
Hast du viel, bekommst
Hast du wenig, nimmt
man dir es weg im Nu.
Und man spricht dabei
von Gleichberechtigung –
bis zum Wohlstand aller
sei es nur ein Sprung…
Ein Jahrhundert halten
wir`s vielleicht noch aus.
Bis dahin erbauen
wir das große Haus,
wo die Erdenbürger
gleichberechtigt sind…
Wenn die Rechnung, die
wir lösen wollen, stimmt.

1990

Ожидание / Wenn die Rechnung stimmt

Доказал на деле
опыт прошлых лет:
что – твоё, имеет
цену, вкус и цвет.
Только вот различье
всё же есть одно:
сколько в этой жизни
и кому дано.

Если много в ларце,
всё к тебе плывет.
Коль пусты карманы,
то и не везёт.
Равенства при этом
ждём мы чином чин.
Знаем: к изобилью
только шаг один.

Мы ещё столетье
как-нибудь прождём
и потом построим
наш великий дом.
Блага и достаток
к нам тогда придут,
если все расчёты
нас не подведут.

Aufruhr der Sinne / Бунт разума

Wird die Vernunft
        in die Enge getrieben,
schwinden allmählich
        die Träume und Lieder,
und die Gefühle –
      sie müssen verkümmern…

Fragen die Sinne:
    „Wie lange noch schweigen?
Schweigen und leiden
     und stumm sich verbeugen?
Schmerzen erdulden
      und tief sich verneigen?

Wahrheit, verrate es mir:
    Vor wem und wovor?
               Wozu und wofür?

Vor der Verpestung,
        die ausspeit die Lüge,
um ihre Opfer
    im Schmutz zu zerstampfen?

Vor den Bizepsen,
die eitel der Hass und der Neid
vor Kampfstimmung spannen,
           zum Angriff bereit?

Vor den Schikanen der Willkür,
           die Mittel erfindet
(Sie kennt keine Schranken
und weiß nichts von Zweifel!),
um die Vernunft
            zynisch und dreist
im glucksenden Sumpf
          der Unmenschlichkeit
wie einen räudigen Hund
               zu ersäufen?..“

9. November 1989

Бунт разума / Aufruhr der Sinne

Когда в безвыходности
                        разуму тесно,
то тотчас приходят
                        в упадок и песни,
становятся хилыми
                        чувства, мечты,
и нету мрачней и
                        печальней судьбы.

И разум скорбит,
             и неслышно вздыхает,
и в душном своём
            тупике вопрошает:
«О, сколько еще мне,
            сгибаясь, молчать,
идти на поклоны,
            терпеть и страдать?

Скажи, справедливость,
            по чьей это воле?
Зачем? Для чего?
            Почему и доколе?
Чтоб вред причинять всем
            отравою лжи?
Чтоб в пыль обращать
            свои жертвы? Скажи!

Чтоб всех устрашала
            бойцовская поза,
и бицепсов мощных
            зияла угроза?
К агрессии сила
            готова всегда.
Ей злобная зависть
            сжимает уста…

Чтоб власть произвола,
            не зная сомнений, –
нагла и цинична
            в своих заблужденьях –
топила в трясине
            неправды и зла
все проблески мысли,
            как дохлого пса?!»

Worin liegt der Schlüssel? / Так в чём же тут дело?

Er lügt nicht
und stiehlt nicht
und arbeitet fleißig,
doch geht es
               dem Friedrich
(Ihn quält es.
               Das weiß ich!)
      nicht sonderlich gut.

Sein Nachbar dagegen –
der Willibald Weber –
      versteht es zu leben:
Er nimmt. Statt zu geben.
Durchs Schlüsselloch
                         guckt er,
auf Ehrlichkeit spuckt er.

Der Bärenhaut frönt er:
    Vor Müßigkeit gähnt er.
Den Broterwerb hasst er…
Doch stets hat er Zaster –
      viel mehr als genug…

Worin liegt der Schlüssel
            zu diesem Geheimnis?
Im schlechten Gewissen?
            In einem Versäumnis?

Im Wollen? Im Können?
            Im Sollen? Im Müssen?..
Wer kann mir es nennen –
                      das Allheilmittel?

23. November 1989

Так в чём же тут дело? / Worin liegt der Schlüssel?

Работает Фридрих
            прилежно, умело,
но вот не везёт ему,
Всегда справедлив он,
            не лжёт, не крадёт.
Но только ему
            всё равно не везёт.

Сосед его Вебер
            зевает от скуки
и любит в делишках
            погреть себе руки.
Он честности, правды
            не может терпеть,
в замочную скважину
            любит смотреть.

И труд, и трудяг всех
            в душе презирает.
Как хлеб достаётся им,
            вовсе не знает.
В карманах у Вебера –
                         горы монет.
Ему в жизни выпал
            счастливый билет.

Так в чем же тут дело?
            Где тайна сокрыта?
О где же, скажи мне,
            собака зарыта?
Все дело в уменьи
            и ловкости рук?…
Когда ж разорвём мы
            сей замкнутый круг?!

*** / Ремни безопасности

Gähnende Leere
im dumpfen Gewölbe
der schwindenden Hoffnung…
Ein Vorzeichen
schweren Gewitters?

Binde den Sicherheitsgürtel,
mein Freund, schneller um
und schnalle dich fest
       am Gerüst der Vernunft,
wenn der stürmische Wind
     der Verzweiflung beginnt.

Und wenn du auch zitterst
vor schlimmer Vermutung
            und jäher Empörung,
so legt sich allmählich
der wütende Sturm
                deiner Emotionen.

Und du kannst, insoweit
es die Liebe betrifft,
deine leidende Seele
        (zum wievielten Male!)
von dem drohenden
                Unwetterschaden
der Voreiligkeit
       womöglich verschonen.

6. August 1989

Ремни безопасности / Gähnende Leere

Бывает, зияет в душе
                                   пустота,
предчувствуешь:
            рядом таится беда,
надежды в глубоком
            провале молчат,
 стоишь ты в преддверьи
            потерь и утрат…

Ремни безопасности,
                        друг, пристегни?
 С дороги, где разум царит,
                                   не сверни.
О выдержке в пасмурный
                        день не забудь,
и будет не страшен
                        отчаянья путь.

Когда заштормит,
            потемнеет вокруг,
взгляни на ремни
                        безопасности, друг.
Ты их пристегни –
            и пройдешь перевал,
промчится эмоций
            нерадостных шквал.

Сомненья пылают
            в глубинах души –
ты делать решающий
                        шаг не спиши.
Ремни безопасности,
            друг, пристегни.
От бурь и ненастья
            любовь сохрани.

Das Reich deiner Sehnsucht / В краю ожидания

Ein Gefühl
            der Erwartung und Angst,
das Entscheidung verlangt?!
Die Nacht deiner Zweifel
                   geht endlich vorüber,
und der Tag
               deiner Zuversicht graut.

Und sein Frührot erleuchtet
allmählich den Giebel
               des Doms deiner Liebe,
den du in den Träumen
                      dir mühsam erbaut.

Doch es ist erst der Anfang
                 des dornigen Weges
der dürstenden Seele
        ins Land der Verheißung.
Und wie schön und wie gut,
dass im Herzen
        noch Hoffnungen walten.

Allein schon der Anklang
            ans immerfort Schöne
ist reizend genug,
          um die Flügel zum Flug
in das Reich
                  deiner Sehnsucht
erneut und erneut
                              zu entfalten.

7.Oktober 1989

В краю ожидания / Das Reich deiner Sehnsucht

Сомнение жжёт и тревожит,
и мучит всю ночь
                                   напролёт.
Но как только
            утро забрезжит,
светлеет надежд небосвод.

В мечтах ты увидишь
                                   долины.
Доверие царствует там.
До самой небесной вершины
сияет воздвигнутый храм.

В пути отвергая ненастья,
душа твоя
                        в завтра спешит.
И это, конечно, прекрасно,
что в сердце 
                                   надежда царит.

Прекрасно, что чувство
                                               сумело
на взлёте тебя окрылить.
В краю ожидания смело
ты будешь отныне парить.

Wieder Illusionen? / Снова иллюзии

Ach, es gibt so viele Klänge
in der Welt, die uns berücken!
Aber Klänge, die bedrängen?
Deine Seele tief bedrücken?..

Wieder fernes Wetterleuchten –
dort am Horizont der Träume.
Sind es stumme Herzensbeichten?
Wünsche, die von Wonne weinen?..

Grenzenlos sei deine Freude,
dass wir uns gefunden haben?
Ob es Zuneigung bedeutet?
Ob dein Herz für mich geschlagen?

Ein Bekenntnis, abgewonnen
voller Qual nach schweren Wettern?
Ein Geständnis der Madonna,
die ich jahrelang vergöttert?..

Ob ich auf den Wolken wohne,
um am Himmelszelt zu schweben?
Sind es wieder Illusionen,
die ich leichthin mir erwähle?

9. Dezember 1990

Снова иллюзии / Wieder Illusionen?

Ах, как много в мире звуков,
что, чаруя, увлекают,
а порою, как разлука,
тяготят и угнетают.

Осветила вновь зарница
горизонт моих мечтаний.
Суждено надеждам сбыться,
иль погаснуть в ожиданьи?

Что же сердце так ликует,
и страдает, и томится?
Иль её душа тоскует
и, любя, ко мне стремится?

Все признания мадонны
память в сердце сохранила.
И любовно, как иконы,
их душа боготворила…

Может быть, в плену у Музы
в облака я воспаряю?
Ненадёжный путь иллюзий,
не обдумав, избираю?

Sehnsucht und Wehmut / О, не грусти

Ist´s wirkliche Liebe
oder ein Nebeneinander –
Ersatz der Gefühle,
fragt mich betroffen
dein Blick.

Alles verweht
und verblüht?
Frage nicht mich,
Sulamith.

Frage den Wind,
der Kühle dir bringt,
wenn dich vor bänglicher
Sehnsucht und Wehmut
die Flammen der Zweifel
ergreifen.

Frage die Wolken,
die langsam und sorgsam
am Himmelszelt schiffen
und Schatten dir spenden,
wenn du vor ängstlicher
Sehnsucht und Wehmut
verschmachtest.

Frage den Regen,
der hochherzig-gern
sein erfrischendes Nass
dir vergibt,
wenn du vor schmerzlicher
Sehnsucht und Wehmut
versiegst.

Frage die Quelle,
die sprudelt und springt
und immer gewillt ist,
den Durst deiner Seele
zu stillen,
wenn du vor zehrender
Sehnsucht und Wehmut
vergehst.

1990

О, не грусти / Sehnsucht und Wehmut

Что же свело нас –
любовь, увлеченье?
Всё отгорит без следа?
взгляд твой, Суламифь
скрывает волненье.
О, не грусти никогда.       

Лучше спроси
у прохладного ветра,
если сомненья близки.
Гасит легко он
крылом своим светлым
пламя тревог и тоски.

Взор затуманит
слезою горючей,
и загрустит небосвод,
ты расскажи
о тоске своей тучам:
дарит покой их полёт.

Боль заглушая,
даря утешенье,
дождь добродушный польёт.
Тотчас растаят в душе
все сомненья,
муки и тяжесть забот.

Ты у ручья
расспроси о печалях.
Он тебе все объяснит.
Тайну откроет
разлук и причалов,
жажду души утолит.

Blumen der Güte / Цветок доброты

Dort, wo verkümmert
die gütige Tat,
finden sich Anteil
                     und Mitgefühl selten.
Unkraut und Unfug
                          ersticken die Saat –
dort, wo obwaltet
                             nur eisige Kälte…

Kränkung, Verhöhnung
                      und Gleichgültigkeit
wuchern bis heut
      ohne Scham und Verhehlung.
Und sie vollführen
                     den losesten Streich:
Soll sie sich plagen –
              die schmachtende Seele!

Insultationen.
                  Vor Hass und vor Neid.
Ansprünge, Angriffe,
                               blödes Gehabe…
Und es frohlocken
                                  Insulte bereits,
die an der Seele
              der Schuldlosen nagen…

Doch auf den Fluren
               des Kummers und Leids
blühen im Schatten
                  auch Blumen der Güte.
Aber die Blüten
                       verwelken sogleich,
wenn wir sie nicht
          vor Beschimpfung behüten.

19. Dezember 1989

Цветок доброты / Blumen der Güte

Там, где разбилась
            о твердь доброта,
ты не найдёшь
            и обломков участья.
Вместо растений
            взойдёт пустота
там, где царит
            ледяное ненастье.

В рост равнодушье
                        пошло, не стыдясь.
Правду поправ,
                        торжествует обида.
Крепко удары
            наносит, смеясь,
маску добра
            одевая для вида.

В адрес безвинных
            насмешки летят.
Созданы злобы
            и зависти культы.
Сих злодеяний
            один результат:
рушат мечты
            и надежды инсульты.

В роще страданий
            цветок доброты
вдруг расцветёт,
            привлекая вниманье.
Только лишится бутон
                                   красоты,
если отдать его
                                   на поруганье.

Jene Lieder / Не стареть любви!

Sie verschmähte deine Liebe?
War sie schuld daran?..
Wenn ihr Herz dich abgewiesen,
hilft kein Lerchenklang,
keine Nachtigall im Garten,
kein Weshalb-Warum,
keine Sehnsucht, die dich martert,
keine Nötigung…

Wenn die Liebe unerwidert,
bleibt sie ewig jung…
Danke ihr, die dich gemieden,
für die Zügelung
der verworrenen Gefühle,
die der Lenz dir spinnt.
Dass der Herbst dir jene Lieder
der Empfindung singt…

6. Dezember 1989

Не стареть любви! / Jene Lieder

Ты отвергнут был с любовью?
В чём её вина?
Видно предана душою
не тебе она.

Не помогут здесь вопросы,
песни соловья,
ни рассветы и ни росы,
ни тоска твоя.

Если чувство безответно, –
не стареть любви.
Ты к весне своей заветной
в грёзах уплыви.

Пусть любовь, свежа и нова,
век в душе цветёт.
И тебе все песни снова
осень пропоёт.