auch wenn ich diese zeilen / не с заглавной буквы строки

auch wenn ich diese zeilen
dir kleingeschrieben schreibe,
so wirst du es verstehen,
wie teuer du mir bist.

ich warte auf ein zeichen,
und auf ein wiedersehen!
trotz abertausend zweifel.
ich bleib ein optimist!

10. Dezember 1990

не с заглавной буквы строки / auch wenn ich diese zeilen

не с главной буквы строки
я тебе пишу,
но сквозь бури и потоки
я к тебе спешу.

твоего письма с волненьем
жду издалека,
несмотря на все сомненья
вера глубока.

Kälte / Холод

Toben die Stürme
nur dann, wenn Gefühl
  und Erwartung sie täuschen?
Ist es Empörung und Wut?
      Ist es die innere Glut?

Findet die Seele
erst Ruh, wenn sie sich
     ihrer Wünsche entäußert?
Ist es ihr einziger Trost?
   Ist es ihr bitteres Los?..

Ach, deine Kälte! …
Im Frühling! Ich konnte
         sie kaum überwinden:
Nächte, die unendlich lang.
    Und – ohne Freudengesang.

Welken die Blumen
der Liebe denn nicht
schon im Lenz in den Gründen,
wenn sie der Frühfrost befällt,
  ihnen die Wonne vergällt?..

Sturmwind und Kälte
im Reich der Gefühle
   sind schwer zu verhindern.
Mitleid ist selten am Platz:
      Liebe verachtet Ersatz!

Wärme und Güte
vermögen mitunter
  die Schmerzen zu lindern…
Suche, mein Herz, deinen Pfad!
  Stürme den schartigen Grat!

1989

Холод / Kälte

Воет метель, свирепея,
когда её чувство обманет?
Слышим мы зимний напев?
Пыл её сердца и гнев?

Будет и сердцу теплее,
когда оно грезить не станет?
Дарит лишь это покой
грустной метельной порой?

Ах, этот холод весною..
Его мне не вынести, право.
Тёмная ночь холодна.
Песня зари не слышна.

Гибнут с тоской вековою,
когда нет любви, даже травы.
Страшен им зимний мороз,
плохо без солнечных грёз.

Выстоять в царстве метелей    
и чувству любви очень сложно.
Здесь не пригоден совет!
Места сочувствию нет!

О, чтобы сердце согрелось
лучами любви осторожно,
счастье смелей себе куй!
Только высоты штурмуй!

„Wachsamkeit“ / Шариковы

Scharik-Schergen gibt’s
                 bestimmt auch heut,
denn sie mausern sich zu jeder Zeit,
mischen sich in alle Sphären ein:
Was geschieht,
      wenn dort die Sonne scheint?!.

„Der hat sich die Haare ausgerauft.
Jener hat ein Götterbild gekauft!
Dieser weiß zu viel
             und stellt sich stumm.
Jener spricht
         von Gleichberechtigung!..“

Und der Vater aller Völker hätt‘
weise uns zur Wachsamkeit erweckt…
Feinde gäbe es im Lande zuhauf…
„Killen! Kil-len!“
               belfert Scharik laut.

30. Oktober 1989

Шариковы / „Wachsamkeit“

И сегодня Шариковы есть.
Все они с когтями
                                   и при деле.
Все меняют по сезону
                                   шерсть,
И найти их можно
            в каждой сфере.

Тот купил икону, –
            значит, враг.
Этот чтец
            запретного изданья.
Третий сделал
            слишком смелый шаг
и дерзнул сказать
            о равноправьи…

«То, чему учил нас
                                   наш отец,
вы забыли, жалкие потомки!
Рохли!.. Смерть
врагам народа! Смерть!» –
лает Шарик
            тёмной ночью громко.

Wo die Vergangenheit… / Прошлое

Weit sind die Schleusen
der Reminiszenz
für das Denken geöffnet:
Stürz dich hinein in die Flut!
Bade, wenn gut es dir tut!

Tauche hinab
in die Unendlichkeit
deiner Welt und beweise,
dass keinen Ausweg es gibt,
wenn man die Hoffnung verliert.

Tauche empor
dann und schüttle
den wässrigen Schlamm deiner Zweifel
ab – von dem Kleid der Vernunft,
dass sie vor Last nicht verstummt…

Wo die Vergangenheit
mündet ins Heute,
das sorgt für das Morgen,
bricht durch die Wolken das Licht,
das uns Vertrauen verspricht.

8.Juli 1988

Прошлое / Wo die Vergangenheit…

Шлюзы прошедшего
            настежь раскрыты.
Память свою призови.
Много там было
            каналов прорыто.
Ты в них ныряй и плыви.

Ты докажи,
что в безбрежности мира
берег сумеешь найти,
если надежду, любовь
                                   или веру
вдруг не обронишь в пути.

Вынырни снова
            и тину сомненья
с разума всю отряхни.
Мыслей свободных
            прямое теченье
В нужное русло верни.

Прошлое в нынешний
            день протекает,
скоро и в завтра войдёт.
Тучи сомнения
            свет пробивает,
Если в нас вера живёт.

Die Wunden brennen / Раны

Sehe ich im Traum
die Wiesen –
hoffnungstrunken –
farbenfreudig prangen,
denke ich daran,
wie üppig sie geblüht
in jenem Frühling
an der großen Wolga.

Höre ich im Traum
die Haine –
freudetrunken –
grüne Lieder singen,
denke ich daran,
wie sie vor Glück gestrahlt
in jenem Sommer
an der Wolga.

Sehe ich im Traum
die Felder –
wonnentrunken –
ährengolden wogen,
denke ich daran,
wie reich sie uns beschenkt
in jenem Herbste
an der blauen Wolga…

Angsterfüllter Traum!..
Abschied von der Wolga…
Trennung voller Tragik…
Und die Wunden brennen…
Und mein Klagelied
wird nicht erhört…
Und mein tiefes Leid
wird nicht geteilt…

30. Januar 1990

Раны / Die Wunden brennen

Когда я луга вспоминаю
и нивы
по зарослям грёз
пробираюсь один,
то вижу я
Волги великой разливы
и нежность палитры
Приволжских долин.

Когда я в мечтах
слышу рощи звучанье,
брожу в упоеньи
по тропам весны,
то это – Поволжский
мотив ожиданья,
ему мои мысли
и чувства верны.

Когда я в плену
у цветущего лета
бреду по дорогам
счастливой мечты,
то я вспоминаю:
в период расцвета
дарило Поволжье
нам щедро цветы.

Трагичным для нас
было с Волгой прощанье.
Глубокие раны
и ныне болят.
Никто не разделит
народа страданье.
Разлуке же нашей –
уже пятьдесят.

Gnadenort / Народ мой

Wo Finsternis die Finger krümmt,
um Licht und Liebe zu erwürgen,
dort werden Schranken aufgetürmt:
Versuche, Kleinmut, sie zu stürmen!

Sogar die Götter sind verstimmt,
wenn keine Sternenlichter flimmern.
Doch wenn die Nacht vor Wonne singt,
dann lächelt froh der Sternenhimmel…

Wie schnell verklingt der helle Klang,
wenn wir vor Leid in Schwermut fallen…
Ich weiß, du warst nicht schuld daran:
Die Sterne strahlen nicht für alle…

„Vergiss-mein-nicht“ ist nicht das Wort,
woran ich dich erinnern möchte.
Ich suche nach dem Gnadenort,
der uns, mein Volk, zusammenbrächte.

Dann wiche schnell die Finsternis.
Die Sterne würden wieder funkeln:
Wo Liebe herrscht statt Hass und Zwist,
dort schwindet langsam auch das Dunkel.

11. Februar 1990

Народ мой / Gnadenort

Готова расшибиться тень,
чтоб победили свет разлады.
И возникает уйма стен.
Попробуй, робость, взять преграды!

Когда исчезнет звёзд парад,
бывает даже бог не в духе.
Но если ночи зазвучат,
то звёзды к песням их не глухи.

Когда печаль твоя темна,
то звёзды мигом застывают.
И не твоя, поверь, вина,
что не для всех они сияют.

«Не забывай!» – совсем не то,
о чём напомнить я старался.
Ищу я место для того,
чтоб ты, народ мой, там собрался.

Тогда вокруг растает тьма
и звёзды петь нам будут рады.
Где дружба есть и нет ярма,
исчезнут тотчас все преграды.

Unerwartet / Когда не ожидаешь…

Rupft der Einfall hier und da
            ein Gräslein ab und meint,
es ginge vorwärts jetzt,
               so ist es noch nicht klar,
was weiter alles kommt.

Wenn sich die Gedanken
           stöhnend auf dem Rasen
der Probleme wälzen,
                  wird davon das Gras
der Hoffnungen nicht grüner.

In diesem und in jenem Falle
                       ist es möglich,
dass sie nichts als welke,
              dürre Gräser ernten:
Reinfall und Verwirrung…

Doch die Erfahrung weiß:
       Auch der Gedankenfaden
aus allerbestem Guss
                reißt oft gerade dort,
wo niemand es gehofft.

14. Februar 1990

Когда не ожидаешь… / Unerwartet

Когда фантазия сорвёт
            в порыве стебелёк
и возомнит, что из него
            появится дубок,
то ждёт её наверняка
            печальный эпилог.

Когда луга твоих проблем
            лихие мысли топчут,
то травы свежие надежд
не прорастут – заглохнут.

Мечты зелёные в лугах
            постигнет неудача,
их встретят промах,
                                   и конфуз,
и суховей в придачу.

И опыт нам твердит
                                   всегда, –
и ты об этом знаешь –
что рвётся часто
            мыслей шёлк,
когда не ожидаешь.

Die Pforten stehen offen! / Все открыты двери!

Ob sie endlich ganz vorbei –
            die Zeit der Stalinbarbarei?
Oder sind noch Wurzeln
               und Symptome jener Zeit
im Land zurückgeblieben?

Kommen wir,
                wenn´s auch nicht leicht,
allmählich zur
           Rechtsstaatlichkeit?

Oder werden wieder siegen –
die Bevormundung
                        und Besserwisserei
und Maulkorbstrategie
                  mit allen ihren Folgen –
mit Bespitzelung,
                       Gewalt und Zwang
und mit Herabsetzung
                  der Menschenwürde?

Zivilcourage ist vonnöten!
Wir brauchen heut – wie Luft! –
     D E M O K R A T I E !
Im wahrsten Sinn des Wortes.
                    Und ohne Euphorie.
Und unter Einsatz aller Kräfte
      der menschlichen Vernunft!..
Das sind die Pforten
                           zur Gerechtigkeit.
Und diese Pforten stehen offen!

17. November 1989

Все открыты двери! / Die Pforten stehen offen!

Мы свергли дикий
            сталинский террор?
Иль всё же прочно
            тирании царство?
Хотя терзает нас ещё
                                   раздор.
Идём мы к правовому
                                   государству?

Иль суждено вернуться
                                   нам назад
к стратегии намордников
                                   и палок,
чтоб вновь хлебнуть
            преступной слежки яд,
когда любой
            беспомощен и жалок?

Нам демократия нужна
                                   как никогда!
Без эйфории! В полном
                                   смысле слова!
Нужна как воздух,
                                   хлеб и как вода,
Чтоб сбросить рабский
                                   робости оковы.

Нас чувство
            справедливости ведёт.
Должны мы в силу
            разума поверить,
Должны мы выбрать
            честный путь вперёд.
Для смелой правды
            все открыты двери!

Vernünftig? / Расчёт

Vernunft und Gefühl…
Hans und Christine:
Zwei blühende,
junge Geschöpfe.
Zwei kluge Köpfe.
Sie beschließen,
eine Vernunftehe
einzugehen.
Ohne Zuneigung.
Ohne Hingezogensein.
Ohne Liebe…
Die Gefühle?
Sie mussten der Vernunft
unterliegen…
Heißt das vernünftig,
besonnen gehandelt?
Und wird diese Ehe
auf die Dauer harmonisch
und glücklich sein?..
O Lebenswandel!

26. Dezember 1989

Расчёт / Vernünftig?

Ганса с Христиной
в ЗАГС провожали.
Юные новую жизнь
начинали.
Оба, заметим,
красивы, стройны
и, надо признаться,
довольно умны.
Оба решили
друзей удивить
и брак по расчёту
навек заключить.
Брак без любви?
Это странно и жутко.
Они ж подчинили
все чувства рассудку.
Долго ли будет
их жизнь гармоничной?
Но это, как видно,
для пары вторично.

Vom Fraß / На безрыбье

Dass der Teufel Fliegen frisst
in der Not, ist längst bewiesen.
Ob die List die Lüge frisst,
dürfte man wohl nicht besiegeln.

Denn sie sind zu nah verwandt,
um einander aufzufressen…
Allerdings ist gut bekannt,
dass sie gern –
           die Wahrheit fressen.

25. Februar 1990

На безрыбье / Vom Fraß

На безрыбье, говорят,
«чёрт съедает даже муху».
Но уверен я стократ:
хитрость ложь не съест со скуки.

Им друг друга не сожрать:
Обе родственные души.
Обе, если волю дать,
правду рады будут скушать.