Mit dreißig vergreist

Die Zeit hat den Jakob geschoren.
Man nennt ihn den gnatzigen Jab.
Er hat seine Melkkuh verloren
und sucht nach dem gestrigen Tag…

Er hat seine Jugend verjubelt.
Ihn machte der Zaster „berühmt“:
Es rollte der rassige Rubel,
den niemals er selber verdient.

Vergeuden, verprassen, verschwenden –
das war dann sein einziges Ziel.
Er glaubte, es nehme kein Ende –
das schlüpfrige, zuchtlose Spiel.

Sein Vater, der unlängst verstorben,
war damals ein richtiges Tier
und hatte den Reichtum erworben
in Kleidern, mit Raffgier beschmiert…

Es humpelt der Jab durch die Gassen
und weiß nicht, was arbeiten heißt:
 Verkracht ist der einstige Prasser,
mit dreißig vertan und vergreist.

1987

Fragen

Wo verstecken sich die Zweifel
und der Widerstreit,
wenn im Innern um sich greifen
Eifersucht und Neid?

Wann florieren in den Gründen
der Empfindlichkeit
die Intrigen und die Sünden
der Verlogenheit?

Wann begreift die Schadenfreude
ihren blinden Wahn,
wenn der Unschuld roh und feige
Schmerz sie angetan?..

Wer behütet deine Seele,
wenn ihr Leid geschieht?
Soll sie sich allein zerquälen –
bang und tiefbetrübt?     

1987

Mitleidlos

Draußen ist es kalt und öde.
Mitleid hast du mit den Vögeln.
Und die Tiere draußen frieren.
Mitleid hast du mit den Tieren.
Bringst sie bis ins Haus herein.
Dieses Mitgefühl ist löblich…
Menschenskind,
       doch wie ist’s möglich?..
Nein, da find ich keinen Reim,
und es fällt mir schwer,
                      zu fragen:
Sag, warum, warum, o sage,
Hast du deinen eignen Vater,
deinen alten, kranken Vater
mitleidslos und dreist verraten
und gebracht – ins Altenheim?

1987

Es ist nicht leicht

Es geht weder um Zwiebeln
noch um Speisequark:
Die könntest du ja
auf dem Markte kaufen.
Es geht um Tugend
und um Herzensgüte.
die alle wir so sehr –
als Menschen – brauchen.
Sie sind mit Gold
gewiss nicht aufzuwiegen.
Die Güte
und die Herzenswärme.
Willst du das geistige
Erbe der Väter, deiner Ahnen,
auch weiterhin erhalten,
so musst du es mit Achtung
und mit Ehrerbietung
von klein auf pflegen,
schätzen und behüten…
Und wenn Gewissensbisse
heut dich dennoch quälen?
So sollst du wissen:
O nein, es ist nicht leicht,
doch auch nicht allzuschwer,
die edlen Blütenpflanzen,
die MENSCHLICHKEIT
und MENSCHENLIEBE
seit jeher heißen,
im Garten deiner Seele
allmählich aufzuzüchten.
Vor allem sei bemüht,
das Unkraut –
alles Inhumane! –
schön mit der Wurzel
restlos auszureißen
und ohne jeden Zweifel
für immer zu vernichten.

1987

Winterlaunen

Die Bäume stehen schon entlaubt.
Allein ein grünes Blättchen bebt
an einem kahlen Ast und glaubt,
es habe glücklich überlebt
die letzte Blätterkatastrophe,
und hofft, daß nach der Winterzeit
es dann als erster Frühlingsbote
die Welt mit seinem Grün erfreut…

             ***
Ein leiser Windhauch kommt und reißt
auch dieses Blatt von seinem Zweig.
Und taumelnd sinkt es langsam nieder
und zittert noch an allen Gliedern,
nimmt Abschied von dem grünen Traum.
Dann liegt es stumm am Waldessaum.
Es hat geharrt, gehofft, geträumt
und nie die bunte Welt verneint…

             ***
Wie trübe wär‘ mein Weg,
       wenn ich nicht hoffen würde.
Ich grolle nicht.
             Und trage meine Bürde,
die ich mir selber auferlegt.
               Und jede Jahreszeit,
die jeweils waltet, –
     sie bringt mir Freud und Leid.
Und jedes Alter –
    ach, es weiß, es weiß,
               was Sonnenlicht
                     und Dunkelheit
in seinem Vorwortseilen heißt.
Ob Frühling oder Herbst,
             ob Sommer oder Winter.

              ***
Und jede Jahreszeit
                 ist mein und dein.
Aus ihren klaren Quellen
           schöpfen wir und trinken
so oft den Lebenssaft
                  der Brüderschaft,
so oft den herben Wermutwein
                    der Zuversicht.

              ***
Und jeder, jeder geht
            (gewiß, auf seine Art!)
den gleichen Weg –
          vom Morgen bis zum Abend.
Und jeden hellen Tag,
                   der uns erfreut,
und jede lichte Stunde,
    die lange im Gedächtnis bleibt,
und jenen warmen Blick,
        der gestern dich gestreift,
und jene Dankbarkeit,
            die heute du empfunden,
und jede milde Gegengabe
verdanken wir dem Sonnenschein
der wahren Menschlichkeit
                  der Gutgesinnten,
der schlichten, edlen Würde
              jener Menschenherzen,
die trotz der eignen Schmerzen –
für uns! – im Gleichtakt schlagen.

               ***
Ob grün das Birkenlaub,
                  ob welk und gelb,
ob Stürme durch die Steppen jagen,
ob schneeverweht die halbe Welt –
mein Herz ist nimmer mißgestimmt,
           weil es seit je vertraut der
Widersprüchlichkeit
der Sommers- und der Winterszeit…
Das Gestern und das Heute,
          das hoffnungsvolle Morgen
der bunten Jahreszeiten
             und ihre reichen Gaben
sind unser aller Lebensquell,
den zu erhalten wir und zu behüten
            nur dann imstande sind,
wenn für den Frieden
             hier auf Erden
                wir täglich sorgen.

                ***
Novembernordwestwind.
                  Er weht und weht.
Und auf dem Kopf der Himmel steht.
Und neunundneunzig Wolken
                 lächeln glücklich,
die grauen Augen
              voller Freudentränen:

Kein Abschied! Frohes Wiedersehn!
Und weiche Flocken
               eilen zuversichtlich
auf die Fluren nieder
                  wie Chrysanthemen
   strahlig, blütenweiß und -schön:
 O Zauberwelt im weißen Kleid!..
Der junge Winter singt
  da eines seiner schönsten Lieder.
Und meine Seele trinkt
nun einen Schluck Begeisterung
    voll Andacht und Ergriffenheit.

              ***
Der Winter dankt mit tiefem Schnee
der müden Erde für die Mühe.
Er wiegt sie ein, er deckt sie zu:
„Träum deinen Traum in tiefer Ruh,
damit zur schönen Frühlingszeit
dann deine Fluren weit und breit –
wie eh und je! –
            ergrünen und erblühen'“

             ***
Ein nimmer endendes
Entstehen-und-Verwehen,
ein Blühen-und-Verwelken,
ein Helfen-und-Vergelten,
ein Immer-wieder-Kommen,
ein Immer-neues-Werden,
ein ewig junges Sein
auf der berückend schönen
und leidgeprüften Erde,
solang die goldne Sonne
so warm und innig scheint.

             ***
Lerne, Menschenseele, zu bestaunen die
Schönheit und Erhabenheit
         der Welt zu jeder Jahreszeit:
So zieh den Hut – es grüßen dich
der weiße Schnee, das Sternenlicht,
       der Fröste heller Widerhall.

             ***
Und bilde dir nicht ein,
ein Übermensch, ein Gott zu sein,
das Recht zu haben, überall
         zu schalten und zu walten,
heraus aus deinen Launen
          das Erdenreich zu formen.
Und mach dir lieber Sorgen,
um alles Schöne
          auf der Erde zu erhalten:
      Statt nehmen –
                 lieber geben!
Vergiß,
        o Menschenseele, nicht –
                   auch du bist nur
ein Teilchen der Natur.

              ***
       Als Mensch,
              als Homo sapiens
erhebe dich zu deiner Größe!
Und die Gefühle, den Verstand –
          setzt ein sie immer wieder
für Freiheit und Gerechtigkeit
zum Wohle deiner Erdenbrüder,
          zum Wohle aller Menschen.
Dass rote Nelken blühen im Dezember.
Und neuschneeweiße Chrysanthemen.
       Und flammenblaue Hyazinthen.
Und die gütige Erde – sie reicht
dir hilfsbereit
          zu jeder Jahreszeit
                         die Hand.
Ob Frühling oder Herbst,
            ob Sommer oder Winter.

1986

Erwartung und Erfüllung / Звезды мечты и свершенья

Stürme

Stöhnende Sonette…
Kummer vor dem Scheiden?
Wenn sie Flügel hätten,
um zu dir zu eilen!

Deine blauen Augen
zünden mehr als Worte.
Und es wächst mein Glaube
Und ich hoffe, hoffe…

Ach, mein Lieb, verzeihe:
Alles ist vergänglich.
Selbst die blaue Bläue.

Wo die Stürme toben,
werden zum Verhängnis
ihre wilden Wogen.

Bittgebete

Die schwarzen Wolken ballten sich zusammen
am Horizont der Unbefangenheit.
So mancher Blütentraum ging auf in Flammen:
Es triumphierte die Verwerflichkeit.

Die Lieder, die sein Herz so oft gesungen,
wenn einen warmen Blick sie ihm geschenkt, –
sie mussten vor Erniedrigung verstummen:
Der Zwang hat beide schonungslos getrennt.

Und ach: Als Deutsche in den Staub getreten
von der verruchten Brachialgewalt,
versuchten sie, den Mut nicht zu verlieren

und suchten Trost in stummen Bittgebeten –
die Angst durchrieselte sie eisigkalt! -,
dass ihre Liebe sie zusammenführe…

Geächtete Liebe

Vor Mitternacht – der bösen Geisterstunde –
erschienen sie im Haus. In schwarzen Mänteln.
Sie hatten den „Verräter“ schnell „gefunden“
und brachten ihn sofort zu seinen Henkern.

Dann wurde seine junge Frau verhaftet
Ganz ohne Mitleid mit den kleinen Kindern.
Sie musste sieben lange Jahre schmachten
in Lagern, wo die letzte Hoffnung schwindet…

Und wird sie tausendmal auch hingerichtet
und tausendmal von Henkern frech ermordet –
kein Zwang vermag die Liebe zu vernichten
und kein Verbannungsort im kalten Norden:

Sie pflanzt sich fort auf kahlen Felsenwänden,
um Wärme den Geächteten zu spenden.

Türen

Man schoss die Rechte grausam nieder.
Das Unheil nahm kein Ende…
Die Glocken läuten heute wieder.
Vielleicht zu einer Wende?

Zur Wende hin zu Nächstenliebe,
zu Mitleid und Erbarmen?
Doch Feuerherde sind geblieben.
Und viele schwarze Farben…

Wie lange soll noch Unrecht walten?
Wie lange noch Verbrechen?
Die Wahrheit wird im Zaum gehalten.
Nur lockendes Versprechen…

Nur halb geöffnet sind die Türen,
die zu den Menschenrechten führen.

Erinnerung

Blumen. Grüne Fluren.
Märchenwiesen der Genüsse…
Wenn die Blumen scheiden müssen,
sucht die Angst nach Spuren.

Blühen und Verwelken
sind Gebilde einer Kette.
Niemand kann den Sommer retten
vor der Herzenskälte…

Bohrende Gedanken.
Winterliche Abschiedsstimmung.
Wiesen, kalt und stumm.

Respektierte Schranken:
Lange Stunden zur Besinnung
und Erinnerung.

Fragen

Hast dein Glück verlacht,
du armer Sünder?
Hast du nachgedacht,
es doch zu finden?

Bist du noch zu jung
mit vierzig Jahren?
Nimm es mir nicht krumm,
wenn ich dich frage.

Ist die Welt zu klein,
danach zu suchen?..
Wenn es dir erscheint
ganz ungerufen,

ob ihm du dann
gewachsen, junger Mann?

Rosen

Wenn linde Frühlingswinde
                    deine Wangen küssen,
so glaube an den Stern
                        der frohen Einigung,
und es berauschen dich
                        die inneren Ergüsse,
wenn ihr zu zweit erlebt
                  die Glaubensreinigung.

Die Glocken eurer Liebe
                werden himmlisch läuten.
Die Klänge steigen
                 bis zum Horizont empor,
um sich im Weltenall
                der Freude zu verbreiten
als tausendstimmiger
                 Vokalverkündungschor!..

Soweit die Hoffnungsträume deiner Seele.
                                               Schweigen?
Wo alles singt und klingt
                 und die Gefühle wallen?
Ach nein, die Rosen
            der Erwartung sind so schön!

Dein edler Ritter wird sich tief
                            vor dir verneigen:
Das Lied des Glaubens
           darf auf Erden nie verhallen,
sonst würde ja die Welt
                   vor Wehmut untergehn.

Erkennung

Aus den Wolken bist du mir erschienen.
Können Sehnsüchte noch mehr begehren?!
Eveline, stolze Eveline,
gibt es Träume, die noch schöner wären?!

Deine Stimme höre ich im Äther.
Und dein Antlitz seh ich vor mir schweben.
Und entzückt von deinem Bild, ich bete,
dass es nicht versinkt im grauen Nebel.

Ist es jene einzige Erkennung,
die die Schicksalsfügung mir geschenkt,
dass der Quell der Liebe nicht versandet?

Ist es das Willkommen nach der Trennung,
deren Bitternis man erst erkennt,
wenn allein man durch die Leere wandelt?

Demut

Deine Demut hab ich nie besungen.
Doch ich weiß: Es ist Bescheidenheit,
die so manche Kälte schon bezwungen.
Und so manche Seelenlosigkeit…

Wenn am Himmelsbogen Sterne leuchten
und der Silbermond noch scheint dazu,
schwinden langsam deine bangen Zweifel,
und du findest deine Seelenruh…

Deine Demut gleicht dem Licht der Sterne,
die bescheiden flimmern in der Ferne,
um der Traurigkeit den Schmerz zu lindern:

Wo der Güte edle Weine perlen,
kann sogar die Härte schätzenlernen –
den Verlust der Sanftmut und der Milde.

Erfüllung

Erhaben ist die Eleganz der Frauen.
Erhaben ist ihr Scharm, der uns bezaubert.
Auch wenn sie uns der Rast und Ruh berauben,
sind wir begeistert, ihnen zu vertrauen.

Sie sind der Segen, den wir uns erbitten,
sind Wort und Tat, die jede Wunde heilen.
Sie sind der Hort, dem wir entgegeneilen,
um dort am Kelch der Leidenschaft zu nippen.

Und wenn wir freudetrunken niedersinken,
sind wir berückt, den Zaubertrank zu trinken,
solange ihre Gunst sie uns bezeugen:

Es jubilieren in den Herzenswinkeln,
wo Sterne der Erfüllung golden blinken,
die Freuden, die sich vor dem Glück verbeugen.

3. Februar 1991

Звезды мечты и свершенья / Erwartung und Erfüllung

Буря / Stürme

Без тебя в печали
плачет мой сонет.
Он бы вдаль умчался,
да вот крыльев нет.

Взгляд твой зажигает
больше, чем слова.
Душу мне ласкает,
словно синева.

Жаль, что всё уходит.
Я живу мечтой.
Тучи в сердце входят,

Спорят с синевой.
Ты прости, что буря
стала злой судьбой.

Молитва / Bittgebete

Зловеще тучи висли и густели
на горизонте радости земной.
В те дни надежды в пламени сгорели.
Покрылось небо гнусной, смрадной тьмой.

И песни, не знававшие печали,
когда улыбку взгляд её дарил,
от унижений больше не звучали.
Террор навек обоих разлучил.

Когда советских немцев в грязь втоптали
и по стране тиран их распылил,
То силу духа люди не теряли.

В душе молитву каждый говорил,
надеялся: придут однажды вести,
сведёт их справедливость снова вместе.

Опальная любовь / Geächtete Liebe

Они в квартиры в полночь заходили.
В недобрый час. В чернеющих плащах.
« Врагов народа» в тюрьмы уводили,
порывшись предварительно в вещах.

А вскоре жён «врагов» тех забирали,
не пожалев оставшихся детей.
И женщины в застенках умирали,
хлебнув с излишком участи мужей.

И как бы их жестоко ни казнили,
ни убивали в ссылке палачи,
Они любовь в душе своей хранили,
не заморозив в северной ночи.

Любви опальной розы и поныне
цветут на голых скалах как святыня.

Двери / Türen

Права разбились вновь о стену.
И бедам нет числа.
Грядут, должно быть, перемены.
Гремят колокола.

Мы ждём любви и пониманья.
Но видим чёрный фон,
очаг пожара, злодеянья.
И мост почти сожжен.

Доколе властвовать бесправью,
делам преступным быть?
Узде довольно правдой править
и блага нам сулить!

Как в справедливость нам поверить
и двери к ней открыть?

Воспоминанья / Erinnerung

Сказочные нивы.
Луг, цветы и ивы.
Страх таится рядом:
их засыплет градом.

Пышный цвет и тленье –
это цепь и звенья.
Вьюги летом кружат,
если в сердце стужа.

Лес грустит в молчаньи.
Зимнее прощанье.
В ледяных оковах
мысли и мечтанья.

Погружаюсь снова
я в воспоминанья.

Вопрос / Fragen

Ты счастья не искал.
Тебе уж сорок лет.
Смеялся, грешник, ты,
смотря ему вослед.

Считал, что жизнь длинна.
Любви на свете нет.
Она и не нужна.
А счастье – это бред.

Но я хочу тебе
задать один вопрос:
«Не веришь ты в любовь?»

Какой с такого спрос?!
Ты просто до неё
по сей день не дорос.

Розы / Rosen

Когда ты слышишь майских ветров пенье,
то верь удаче, верь своей звезде.
И оба вы в духовном единенье
взлетите опьяненные к мечте.

Любви колокола своим звучаньем
до небосвода радость вознесут.
И тысячеголосо, величаво
её хоралы в вечность понесут.

Мечты твоей души хранят молчанье?
И в песнях чувств весенних перебой?
О нет! Прекрасны розы ожиданья!

Придёт, склонится рыцарь пред тобой.
Звучи напев доверья в мирозданье!
Иначе сгинет в грусти мир земной.

Дар судьбы / Erkennung

Ты словно ангел с облаков спустилась –
предел моих желаний и мечты.
Ты, Эвелина гордая, явилась
как чудный образ счастья и весны.

Звучит во мне твой голос. И как прежде,
я вижу в грезах юный, стройный стан.
И восхищаюсь, и молю в надежде:
не погаси видения туман.

Единственный и щедрый дар судьбы.
Он для того ниспослан был однажды,
чтоб не иссяк родник моей любви.

Я пью его в разлуке, как вино.
Как горек он, понять тому не сложно,
чьё сердце в пустоте скорбит одно.

Терпенье / Demut

Как воспеть мне женское терпенье?
Знаю: скромность в дар тебе дана.
Лишь она приходит как спасенье
в миг бездушья, гроз и в холода.

Если звёзды светят с небосвода,
шлёт мерцанья ясная луна,
то смягчится скоро непогода
и придёт покой души тогда.

И твоё терпенье – свет звезды,
той, что скромно лечит в сердце раны
в час печали, скорби и беды.

Но искрится жемчуг доброты,
то понять, возможно – в это верю –
даже кротости и мягкости потерю.

Свершенье / Erfüllung

Нас элегантность женщин опьяняет,  
чарует нас возвышенный их шарм.
Они покой, и отдых отнимают,
но счастливы мы быть в плену у дам.

Они – удача, благодать и счастье,
слова и дело, чтобы нас лечить.
Они – приют, куда стремимся страстно,
чтоб там до дна любовь свою испить.

Мы счастливы, вставая на колени,
бокал страстей желая пригубить.
Мы пьём его, от радости хмелея.

И счастливы о милости молить.
Звезда любви, свершенья и мечты
глядит на нас в восторге с высоты.

Ein Tag heller Farben… / Вдохновение

Du schweigst, o Erleuchtung,
                                 und schweigst…
Und ich wäre zur Sühne bereit…
Du hast mich vergessen und zeigst
mir wie einst
                     deine Gleichgültigkeit.

Bestrafe mich nicht ohne Grund.
        Denn ich eile ins Freie hinaus:
Die Farben des Herbstes sind bunt,
und ich binde daraus
                                      einen Strauß.

Die Sternblumen hauchen Geduld,
Optimismus und Wohlwollen aus.
Sie tragen gewiss keine Schuld,
wenn der Seele
                 vor Sturmwind es graust.

Die Astern erleben zurzeit
ihre Sternstunde,
                        festlich geschmückt:
Ihr Rot und ihr Blau und ihr Weiß
sind Symbole des irdischen Glücks.

Rings Farben, mit Sonne vermischt.
Und es schwinden
                  die Schatten der Angst…
 Erhebung, verlasse mich nicht,
noch bevor ich gebunden den Kranz.

Den Kranz jener Lieder, die zagt
           uns erinnern an all unser Leid
und hoffen, dass dennoch ein Tag
heller Farben uns endlich erfreut.

13. August 1990

Вдохновение / Ein Tag heller Farben…

Ты молчишь,
            вдохновенье, молчишь.
Вот уж я к покаянью готов.
Но, забыв обо мне,
                                   ты грустишь, 
натянув равнодушья покров.

Не наказывай всуе меня.
Я взлечу за тобою вослед.
И из красок осеннего дня
соберу ароматный букет.

В ярких астрах
                        надежда сильна.
Оптимизма в них много,
                                   добра.
И не их  в том, конечно,
                                 вина,
что их души терзают ветра.

В звёздный час к ним
                        пришла красота.
Засверкали оттенки и тон.
Символ счастья –
                        для нас их цвета.
В их окраске
                        есть радости звон.

В сердце входит
                        небесная синь.
Мне луч солнца
                        светить не устал
Вдохновенье,
                        меня не покинь!
Я ещё свой букет
                                   не собрал.

А когда моих песен букет
вам расскажет
                        про боль и метель,
то забрезжит
            звенящий рассвет
и подарит мне дня акварель.

Herbstliche Klänge / Осенняя рапсодия

Ist gekommen die Zeit,
da die Freigebigkeit
ihre Leckerbissen verteilt,
so stürzen die Hornissen
wie Abfangjäger hinab
auf die süßen Früchte,
die mit fleißigen Händen
der Sommer gezüchtet
für den goldenen Herbst.
* * *
Wer liebt ihn denn nicht –
den Erntemonat August
mit seinen edlen Taten,
mit seinen Honigwaben,
mit seiner Dichtersprache,
mit seinen vollen Wagen,
mit seiner Farbenpracht,
mit seiner Lebenslust?!.
Ein gesichertes Morgen –
nach all deinen Mühen
und all deinen Sorgen –
hat dir er zugedacht.
* * *
Vor einer Woche
trug die Espe
ein grünes Kleid,
nur dort und hier
geschmückt-verziert
mit gelben Broschen.
Heute aber trägt
die stolze Maid
ein Festgewand
aus Goldbrokat
und Purpursamt.
* * *
Geht der September
zu Ende, verändert
sich sichtlich das Wetter
im Reich deiner Träume:
Was bringt dir die Wende?
Versandete Wege
auf Kummergelände?
Nur Nebel und Regen?
Nur eisige Kälte
statt Sonne und Segen?..
Warum denn verzagen?!
Vertraust du den Göttern
des Guten und Schönen,
so findest du Rettung
vor finsteren Tagen.
* * *
Der Steppenwind singt.
Im Gedächtnis erklingt
ein Herbstwetterlied
voller Heimatgefühl.
In meinem Frühling
noch hab ich´s gehört.
Vertraute Melodie,
dich vergesse ich nie…
O könnt´ ich sie finden –
die Heimat, die Heimat!
Dort schlüge gern ich auf
mein letztes Domizil.
* * *
Es hat der Oktober
zum Abschied vom Herbst
mit kräftigem Ocker
und zartem Zinnober
die Gärten und Wiesen,
die Wälder und Felder
bedachtsam gefärbt,
damit deine Liebe
zum Leben und Weben
das Rot und das Gelb
in Erinnerung behält.
* * *
Der Spätherbst trauert auch:
Er weiß, was Trennung heißt.
Für jeden Baum und jeden Strauch.
 O Seelenqual! Aus seinen Augen
strömen Abschiedstränen hinab
ins stille Tal der Einsamkeit.
Um zu erstarren dort zu Eis.
In jedes öde Tal, wo alles kahl
und fahl, wo alles schweigt,
wo die Gedanke und Gefühle
in tiefverschneiten Winkeln
niederkauern wärmesuchend
sich müde aneinanderschmiegen
und dennoch immer wieder träumen
von Versöhnung und Barmherzigkeit.
* * *
Herbstliche Klänge berühren
schmerzlich die sinnende Seele:
Musste so viel sie verlieren,
musste so oft sie sich quälen,
um in den freudlosen Gründen
innere Unruh zu finden?

Gibt es denn ebene Wege,
wie wir sie gern uns erträumen?
Sind denn die Pfade durchs Leben
alle so sandig und steinig?..
Klingt in den herbstlichen Tönen
nicht unser Hoffen und Sehnen?..
* * *
Rauer Wind auf dem Gelände
deiner Innenwelt.
Und die Sehnsucht ringt die Hände,
und ihr Angstruf gellt

durch die Nacht der bangen Zweifel
und der Einsamkeit,
und sie kann es nicht begreifen,
wo die Freude bleibt,

die der Sommer ihr versprochen
feierlich und ernst –
hoffen sollte sie und hoffen
bis zum späten Herbst…

Und so ist der Herbst gekommen –
ohne Sonnenschein.
Und die Sehnsucht stöhnt beklommen:
Immer noch allein…
* * *
Spätherbst. Der Himmel der Hoffnung
überzieht sich mit drohenden Wolken.
Und dort in den Gründen der Seele
geht nieder ein leichter Regen.
Und dann wird er stärker allmählich,
rauscht herab auf die wirren Gefühle,
als ob er nun Vorsehung spiele…
Und die todmüden Sinne bewegen
sich langsam durchs Dickicht der Skepsis
und stolpern da über die Steine
der Für und Dawider, um letzthin –
entkräftet und niedergeschlagen
und Tränen der Einsamkeit weinend –
sich doch zu erinnern an all jene Tage,
da die Sonne der Freude geschienen
und die Lerche die Liebe gepriesen…
Und es rafft sich die Seele zusammen
und schürt trotz des Regens die Glut
der Verheißung, damit sie entflamme,
und schöpft trotz der Angst wieder Mut.
* * *
Oh, Erbarmen, steig hernieder,
breite deine Flügel über
die Verstoßenen und Waisen,
die auf ihrer Erdenreise
durch den Frühling und den Sommer –
aufgerieben und verkommen –
still ihr Kreuz getragen haben
und im Herbst jetzt ganz verzagen.
Lindere mit deinen Strahlen
ihre unsäglichen Qualen.

20. August 1990

Осенняя рапсодия / Herbstliche Klänge

            …
В счастливый и радостный полдень расцвета
прилежной и доброй рукой
взрастило дары восходящее лето
для осени скорой, златой.

Когда ж благородная Щедрость хотела
взращённое людям отдать,
то как истребители шершни слетелись,
чтоб сладость с плодов тех собрать.
            …
К нам осень заходит,
            вручая заботы,
даря урожай и мёд.
И радуют нас
            её фрукты и соты,
её поэтический взлет.

Её красота и даров её
                                   сладость
созвучны высокой мечте.
Несёт она нам
            полнокровную радость,
уверенность
                        в завтрашнем дне.
            …
Осина на днях ещё,
                        грусти не зная,
носила зелёный наряд.
Но желтыми брошками

            всех восхищая,
глядела уже на закат.

Сегодня прелестная
                        дева вздыхает.
На ней золотая парча.
И бархат пурпурный 
                        уже ниспадает
с её золотого плеча.
            …
Когда и сентябрьские дни на исходе,
желтеет долина мечты.
Сокрыты печали в прохладной погоде,
становятся сны холодны.

И что принесёт перемена погоды?
Печали, сомненье, тоску?
Морозы, дожди и туманные своды?
Пустыни и горы песку?

Не стоит робеть, предаваться
                                   сомненьям.
Ты веру в душе сохрани.
Доверься же Богу добра!
И спасенье 
найдешь ты в ненастные дни.
            …
Завоют степные ветра на просторах,
навеют тоскливую жуть.
Услышу я песню осенней погоды.
В ней будут о родине грусть.

Я слышал её в своей юности давней.
Я слышу её и теперь.
Не знал в своей жизни я песни печальней.
В ней слёзы и горе потерь.

Мелодии той не забыть мне, о Волга.
Тоска по тебе все растёт.
Считали: в разлуке мы будем не долго.
Когда же нам солнце блеснёт?
            …
Октябрь при прощании неторопливо
окрасил луга и сады.
Здесь киноварь с золотом –
просто на диво –
оставили щедро следы.

Владенья свои обошел он и охру
рассыпал в лугах и лесу,
чтоб сила любви твоей
к жизни и делу
хранила палитра красу.
            …
Ноябрьские дни и грустят и вздыхают:
разлука для всех тяжела.
О ней каждый кустик и дерево знают.
В их души печаль залегла.

И слёзы прощанья из глаз их струятся
в долину холодной тоски.
Из слёз этих серые льдинки родятся,
до боли грустны и горьки.

В краю одиноком всё голо и пусто.
Всё скрыто в безмолвной тоске.
И мысли и чувства окутаны грустью.
И дремлют они в уголке.

Стремятся всем сердцем к добру и участью,
но только устали в пути.
Мечтают они о тепле и о счастье,
надеются радость найти.
            …
Рапсодия осени, руша преграды,
коснулась неслышно души.
Должны были мы прошагать сквозь утраты,
чтоб снова печаль обрести?

Душа наша к ровным дорогам спешила.
Но есть ли на свете они?
Иль, может, на тропах, что жизнь проложила,
лежат только камни одни?

Я в осени слышу звучание веры.
Иль это лишь кажется мне?
Придёт ли к нам радость печалям на смену
иль скроется в горестной тьме?
            …
Во внутренний мир твой врывается ветер,
владения боем берет.
И твой небосвод, что был только что светел,
померк, добавляя невзгод.

А ветер летит, навевая сомненья,
и звёздная ночь холодна.
И замерло сердце в немом удивленье:
куда же девалась весна?

И лето радушное радость сулило,
но вот и оно отцвело.
И поздняя осень уже прозвонила –
торжественно, тихо, светло.

Тоска удрученно и тихо вздыхает,
что радости нет и примет
А осень беспечно и быстро шагает
и прячет за тучами свет.
            …
Лазурное небо
            лучистой надежды
затянуто тучей давно.
И дождь монотонный
            стучится прилежно
и в сердце моё, и в окно.

И горькие слёзы,
            скорбя, проливает,
сильней и безжалостней льёт.
И словно бы роль
            провиденья играет
и ночи и дни напролет.

Сквозь заросли скепсиса
            бедные чувства
бредут, спотыкаясь, грустя.
В пути каменистом
            печально и пусто.
И ждёт их сомнений стезя.

А в памяти солнце
            лучистое светит
и птицы поют о любви.
И сердце к лучам его
            тропку наметит, 
чтоб веру опять обрести.
            …
Всех-всех, кто в печали весною и летом
свой крест по дорогам пронёс,
согрей, озари, сострадание, светом,
чтоб душ не коснулся мороз.

Ты крылья расправь поскорей, состраданье,
отвергнутым всем помоги!
Согрей их, осеннее очарованье,
лучей теплоту подари!

Im kalten Dezember / Декабрьские вьюги

Vielleicht ist´s zu keck.
Und dennoch vernünftig.
Drum lassen wir fünfzig
gedanklich mal weg.
Dann wärest du siebzehn –
ersprießend und blühend,
reserviert und verhalten –
wie damals in Balzer…

O sorglose Jugend!
Da gedeihen die Blumen
im Garten der Seele
sogar ohne Regen:
Ein Spinner und Träumer.
Er hatte sich heimlich
ein Märchen ersonnen
und liebgewonnen –
ein junges Geschöpf,
sympathisch und nett.

So kniete er nieder –
wieder und wieder! –
vor seiner Madonna,

sie inbrünstig anbetend
und innig vergötternd,
um ihr seine Sehnsucht
nach Wärme und Licht
und Gunst zu bezeigen.
Doch schwieg sie, die Schöne.
Wie Göttinnen schweigen.

Sie erhörte ihn nicht –
den Träumer und Spinner:
Wie ein Stern, der erlischt
am nächtlichen Himmel…

Dann kam die Verdammung
Mit Sturm und Gewitter.
Und unsere Träume
gingen auf in Flammen.
Und was wir erlitten
in den fünfzig Jahren,
ist nicht zu beschreiben…
Und wir bleiben auch heute
vertrieben wie damals:
Geknebeltes Schweigen…

Im kalten Dezember,
wo alles verschneit,
ringt trostlos die Hände
die Einsamkeit…
Und wärmt meine Beichte
dein bekümmertes Herz,
vergeht vielleicht leichter
dein bohrender Schmerz.

30. November 1990

Декабрьские вьюги / Im kalten Dezember

Отбросим полвека!
            Хоть это и смело.
Цветущая юность!..
            Представь себе живо,
 как в Бальцере солнце
            в те годы светило.
Семнадцать тебе.
            Ты юна и красива.

Беспечная юность!
            О как ты прекрасна!
В душе нашей сад
            без дождей расцветает.
Мечтатель в принцессу
            влюбляется страстно.
Он сказку-фантазию
            сам сочиняет.

Встает на колени он
            снова и снова,
к мадонне и нежно,
             и пылко взывая.
И ревностней нет
            в целом мире порыва.
Он боготворит её,
                        обожествляя.

Стремится он выразить
            искренность чувства,
потребность любви
            и тоску по святыне.
Он жаждет тепла
            и весеннего буйства.
В ответ на мольбы –
            лишь молчанье богини.

Надежды, мечты фантазера
                                   напрасны.
Не слышит красавица
                                   страстного зова.
Звезда, что была 
            так ярка и прекрасна,
в темнеющем небе
            погаснуть готова.

Уже заблистали,
            ударили грозы.
Явились проклятия,
            беды, напасти.
Сгорели в безжалостном
            пламени грёзы.
Мечтатели были у гнёта
                        во власти.

Полвека страданий –
            достаточно срока!
Не выскажешь всё,
            что в пути повстречали.
В неверье уже
            опускаются руки.
Не знаем, что ждёт нас,
            как прежде не знали.

Декабрьские вьюги
            добра не вещают.
Безвыходность
            снежная сердце не греет.
Молитвы мои
            твою душу смягчают.
Возможно, печали
            растают быстрее.

Damit die Sonne strahlt / Рассвет

du weißt es gut, du weißt, dass nichts
von selbst ergrünt auf dieser welt.
sogar ein kleines sinngedicht.
drum jedem neuen tag versprich,
dass seinen klang du nicht vergisst,
ob dunkel er, ob klar und hell.

ein bäumchen setz am straßenrand,
damit es grünt und freude bringt –
weil´s aus dem reich des schönen stammt –
dem kleinen kind, dem alten mann,
den oft es schon nach ruh verlangt,
und ihnen leise lieder singt.

drum greife ein – als humanist –
und schlichte öfter einen streit.
denn dort, wo toben zank und zwist,
der braune rost das herz zerfrisst.
und setz dich ein, wo´s nötig ist,
für eintracht und gerechtigkeit.

bemühe dich, auch wenn es trüb,
vollbringe eine gute tat.
da alle welt in licht verliebt,
dem wolkenschiff ein zeichen gib,
damit es schnell vorüberzieht,
damit die SONNE wieder STRAHLT.

1986

Рассвет / Damit die Sonne strahlt

Тебя ведь тем не удивишь,
Что в тьме стиха не сочинишь,
Что гибнут всходы в темноте,
Что ты на день всегда глядишь
И в сердце звук его хранишь,
Каким бы он ни шёл к тебе.

Вот дуб растёт у мостовой
С зелёной пышною листвой.
Одно призванье у него:
Дарить нам песни и покой
И наделять нас всех мечтой,
Не забывая никого.

О, стань гуманным с этих пор:
Не будь в своих решеньях скор.
За справедливость стой всегда.
Не допускай жестоких ссор,
Старайся сгладить чей-то спор, –
Иначе все сожжет вражда.

И дай себе навек обет:
Любить лишь правды яркий свет,
Свершать лишь добрые дела,
Чтоб радость нёс с собой рассвет,
Не стало в мире чёрных бед,
Исчезли с неба тучи зла.