Ich stapfe hinunter ans Ufer
des Flusses und träum meinen Traum…
Da höre ich gräßliche Rufe –
ich hatte sie gar nicht vermutet -:
Mich grüßt eine Krähe vom Baum!
Was krächzt du so schauderhaft, Krähe?
Worauf bist du wieder erpicht?
Du willst dir ein Opfer erspähen?
Ich weiß ja, bis vier kannst du zählen,
doch wahrsagen kannst du mir nicht.
Und meinst du, dein freches Gekrächze
vermansche mir heut meinen Tag?
Du meinst, daß nach Sühne ich lechze,
und willst mich zu Frevel verhetzen,
damit mich die Sünde dann plagt?..
Ich höre mir lieber die Lieder
der Schwalben am Flußufer an
und mach mir Gedanken darüber,
wie weit sich so manchmal die Liebe,
die stille, verirren doch kann…
Ich lausche den Liedern der Schwalben.
Sie ziehen mich langsam in Bann.
Und voller Erbarmen – umarmen
mich warme und samtweiche Farben…
o heilender Schwalbengesang!
1988
