Als ich im schwarzen Afrika
zum hundertsten Mal
erschlagen worden war,
da johlte die Verlogenheit –
gleich einem Schurken – rüde,
ich sei gekillt für alle Zeit,
ich käme niemals wieder…
O glaubt der Lüge nicht,
ihr meine heut noch
schamlos unterdrückten Brüder:
Die Sonne durch die Wolken bricht!
Als Hoffnung ich ergrüne
mit jedem neuen Frühling.
Als ich im heißen Afrika
zum tausendsten Mal
erdrosselt worden war,
da grölte schrill und krude
die freche Ungerechtigkeit –
gleich einem unverschämten Luder -,
ich wäre weit und breit
zertrampelt und zerdrückt…
O glaubt der Lüge nicht,
ihr meine abgehärmten Brüder:
Es scheint das helle Sonnenlicht!
Mit jedem neuen Tag erklinge ich
als Glaube und als Zuversicht.
Als ich in meinem Afrika
zum millionsten Mal
getötet worden war,
da jubelte und jodelte,
voll Bosheit und voll List,
die dreiste Niederträchtigkeit –
gleich einem Erzhalunken -,
ich wäre endlich tot,
es wäre jetzt so weit,
es herrsche rings das Dunkel…
O glaubt der Lüge nicht,
ihr meine leidgeprüften Brüder:
Mit jedem neuen Morgen
erstrahle ich als Morgenrot
des heißersehnten Sieges
der Gleichheit und Gerechtigkeit!
1986
