Die Größe des Menschen

Es gab keine Zeit, um zu zögern,
es schrillte das Ahnungsvermögen:
Das Haus stand in Flammen,
                       und drinnen
verstummte ein klägliches Wimmern.
Im brennenden Hause sind Kinder!
Er muß seinen Schreck überwinden!
Sie zu bergen, was immer es koste,
empfand er als heilige Pflicht.
Und wahrlich – er zögerte nicht!..

Er rettete selbstlos die Kleinen.
Doch wurde er selber ein Opfer
der Flammen als blutjunger Mann.
Und ein anderes Mutterherz sollte
den einzigen Sohn nun beweinen…
Auch das –
         wird wohl Schicksal genannt…

Die tragische Notwendigkeit,
sich tapfer und opferbereit
in die wütenden Flammen zu stürzen,
um ein anderes knospendes Leben
vor Gewalt und Verderb
                     zu beschützen,
erleuchtet die glanzvollen Gipfel
der menschlichen Würde und Größe.

1988