Grünen soll die Steppe

Friedlich in der Nacht geschlummert,
schlägt in aller Früh der Himmel
die besternten Lider auf.
Und die himmelblauen Augen –
lebensfroh und voll Erwartung –
auf die Steppe, wo der Frühling
seinen grünen Teppich webt.
Und die ersten Morgenstrahlen –
rein und gelblichrot wie Gold –
sich auf ihrem Weg verschmelzen
mit dem blauen Blick des Himmels.
Lilarötlich-zart umfächeln
sie das Grün des Steppenlands:
Lebensfreude, neues Sein
sät der Morgensonnenschein..
Sollen wohl US-amerikanisch
ausgebrütete Vernichtungswaffen –
Laserstrahl und Napalm, Gas und Gift –
diese Flur in Schutt und Asche legen?
Sollen wohl Neutronenbomben
niederrasseln auf die Steppe
und die farbenfrohe, reiche Welt –
alles Lebende – in Dampf verwandeln?
Nein, die Steppe und die Felder
und die Menschen, die hier wirken,
wollen – hört ihr – keinen Krieg!
Nur der Frieden ist Garant,
daß der Himmel immer blaut,
daß für sie die Sonne strahlt,
daß für alle Erdenkinder
auf den Feldern reift die Saat.

                                  1983