Für Tatjana Bassalajewa
Lastender Nebel
und nächtliche Finsternis
lassen sich nieder
am hellichsten Tag
in die gähnenden Klüfte
der nagenden Zweifel:
Rings ist es winterlich kalt –
blind ist die Schicksalsgewalt.
Sucht da die Unschuld,
von Sorgen geplagt,
ganz vergrämt nach dem Weg
in das Reich
der ersehnten Vollziehung,
um dort zu begreifen,
was Selbstgefühl heißt:
Hat sich die Flügel verbrannt,
ehe den Flug sie begann…
Grün sind die Wiesen,
und lau sind die Lüfte,
und blau ist der Himmel
ja dort, wo die Lerche
sich froh und wohlauf
in die Zuversicht schwingt
und so hell ihre Lieder
vor Seligkeit singt…
Oh!… Um den Glanz
und die wohlige Wärme
des Sonnenaufgangs
nach der Unfreundlichkeit
des Geschicks zu berühren,
hast du gelitten genug.
Breite sie aus –
deine harrenden Schwingen,
o schmachtende Seele,
erkühn dich und singe
und ringe und wage den Flug!
1988
