{"id":1447,"date":"2020-05-25T10:54:29","date_gmt":"2020-05-25T10:54:29","guid":{"rendered":"http:\/\/hermann.arnhold.eu\/?p=1447"},"modified":"2020-05-25T10:54:29","modified_gmt":"2020-05-25T10:54:29","slug":"gabriele","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arnhold.eu\/?p=1447","title":{"rendered":"Gabriele"},"content":{"rendered":"\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1<br>Gabriele, Gabriele!<br>Ob wir uns denn nicht verz\u00e4hlen?<br>Vierzehn Jahre bist du alt!<br>&#8222;Oh! Sie w\u00fcnschen?.. Sie befehlen?..&#8220;<br>Bist bem\u00fcht, es zu verhehlen,<br>doch dein junges Blut schon wallt.<\/p>\n\n\n\n<p>Deine Augen, himmelblauen,<br>allem auf der Welt vertrauen.<br>Denn du bist ja noch ein Kind.<br>M\u00e4dchen werden einstmals Frauen.<br>Deshalb deine Augen schauen,<br>wie es die Natur bestimmt:<\/p>\n\n\n\n<p>Treu und ehrlich, sanft und offen,<br>manchmal aber auch betroffen &#8211;<br>blau wie blaues Himmelblau.<br>Deiner Jugend frohes Hoffen,<br>deiner Freuden leises Pochen<br>spiegeln sich darin genau&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, wie soll ich dir es sagen?..<br>Stehst vor einem Berg von Fragen.<br>Eilst voran in vollem Lauf.<br>Und mit jedem neuen Tage<br>deine jungen Fl\u00fcgel tragen<br>weiter dich den Berg hinauf.<\/p>\n\n\n\n<p>Mannigfaltig ist das Leben.<br>Hier die gr\u00fcnen Wiesen weben<br>einen Teppich, bunt und weich.<br>Dort die F\u00e4hren, aufw\u00e4rtsstrebend<br>und zum Gru\u00df die \u00c4ste hebend,<br>schm\u00fccken aus ihr Schattenreich.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf den Dr\u00e4ten sitzen Schwalben,<br>und sie zwitschern deinethalben<br>froh ein Sommerlied in Dur.<br>Und die Pilze auf der Halde<br>fragen: &#8222;Wird es regnen balde?&#8220;,<br>m\u00fcde von der Sonnenkur.<\/p>\n\n\n\n<p>In den L\u00fcften L\u00e4rchen h\u00e4ngen,<br>und die Sonnenstrahlen sengen,<br>leise sirrt die Mittagsglut.<br>Und die Weiten sich verengen,<br>die Gedanken hei\u00df umdr\u00e4ngen&#8230;<br>Gabi aber findet Mut&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Sonnenregen, Sonnenregen&#8220;,<br>bittet Gabi fast verlegen,<br>&#8222;schenke uns dein edles Nass!<br>Auch die Gr\u00e4ser dort am Wege<br>haben sicher nichts dagegen,<br>denn ihr Gr\u00fcn wird langsam blass.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Gabi mit den blauen Augen<br>es versteht, herbeizuzaubern<br>das, wonach die Erde lechzt&#8230;<br>Einen Zauber sich erlauben<br>darf man wohl, nur muss man glauben<br>dass nur Gutes draus erw\u00e4chst&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Und die grauen Sch\u00e4ferwolken<br>f\u00e4rben sich, dem Spr\u00fcchlein folgend,<br>dunkel, weil es regnen muss:<br>Schnell den Donner noch besorgen,<br>der da schlummert halbverborgen &#8211;<br>und es str\u00f6mt ein Regenguss!..<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 2\u00a0<br>Helle Wolken ziehn vor\u00fcber,<br>und die Sonne l\u00e4chelt wieder<br>nach dem sch\u00f6nen Regenguss.<br>freudetrunken wie auf Fl\u00fcgeln<br>zu den Sch\u00fclern dort am Fluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Hier am Ufer aufgeschlagen<br>ist das Sommerferienlager<br>&#8222;Helfen-wir-den-Eltern-mit!&#8220;.<br>Und es leitet Gabi Rady<br>die Gem\u00fcsebaubrigade<br>sachverst\u00e4ndig und geschickt.<\/p>\n\n\n\n<p>Pioniere, Pioniere<br>durch ihr Heute hier marschieren,<br>dass das Morgen sch\u00f6ner wird.<br>Krass sie ihren Weg skizzieren,<br>der sie vorw\u00e4rts nur wird f\u00fchren &#8211;<br>hoffnungsvoll und unbeirrt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Nach dem sch\u00f6nen Sommerregen<br>almet ringsum neues Leben.<br>&#8222;Jungs und M\u00e4dchen, los jetzt, schnell&#8220;<br>Wer gewacht und wer gelegen,<br>wer getr\u00e4umt vom blauen Segel &#8211;<br>alle eilen auf das Feld.<\/p>\n\n\n\n<p>Und sie j\u00e4ten, und sie hacken,<br>und sie plappern, und sie lachen,<br>und sie singen manches Lied.<br>Unkraut rupfend flink und wacker,<br>alle flei\u00dfig zu da packen&#8230;<br>Und nur einer ist schon &#8222;m\u00fcd&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;St\u00e4rkt die Faulheit nicht die Glieder?&#8220;<br>fragt der Possenrei\u00dfer Frieder<br>&#8222;Ruhe macht das Leben s\u00fc\u00df!&#8220;<br>Deine Scherze klingen bieder&#8220;,<br>Rosalinde ihm erwidert.<br>&#8222;Sei, Fedjuntschik, mir gegr\u00fc\u00dft!&#8220;<br>&#8222;Seht ihr nicht, das Eiferts Lieschen<br>ist so rund wie ein Radieschen!<br>Klar, sie liebt die Arbeit nicht.<br>Doch die zuckers\u00fc\u00dfen Gr\u00fcbchen!..<br>Lieschen, guck nicht so verdrie\u00dflich:<br>,&#8230;kommt ein Prinz, verliebt in dich!'&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Ach, du lange Hopfenstange,<br>meinst, ich bettle gleich befangen:<br>&#8218;Fedja, biet mir endlich Schutz!&#8216;<br>Kannst dich sch\u00f6n um andre bangen.<br>Und was war, das ist vergangen&#8230;&#8220;<br>Friedrich schaut sie an verdutzt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>&#8222;Jungs und M\u00e4dchen, meine Lieben,<br>noch ein bisschen ist geblieben,<br>und das Unkraut ist vertilgt!<br>Morgen geht es an die Zwiebeln<br>und am Montag an die R\u00fcben &#8211;<br>dass der Regen auch was hilft.&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>Alle sich im Nu verwandeln&#8230;<br>&#8222;Und am Wochenende wandern<br>in die Berge wir hinaus!<br>Was wir brauchen, ist vorhanden &#8211;<br>Rucksack, Stock und Freundschaftsbande&#8230;<br>Kommt, es wartet schon der Schmaus!..&#8220;<\/p>\n\n\n\n<p>L\u00e4rmend laufen sie umschlungen,<br>und ein Lied wird noch gesungen.<br>Lieschen wie ein T\u00e4ubchen gurrt&#8230;<br>Einen wahren B\u00e4renhunger<br>haben nicht allein die Jungen,<br>und der Magen murrt und knurrt.<\/p>\n\n\n\n<p>Gegen jeden Brauch verst\u00f6\u00dfe<br>man, g\u00e4b&#8217;s keine Butterkl\u00f6\u00dfe<br>(mit dem frischen s\u00fc\u00dfen Rahm!):<br>Traurig da Wolodja s\u00e4\u00dfe,<br>und Murat w\u00e4r bitterb\u00f6se<br>und Johannes fl\u00fcgellahm.<\/p>\n\n\n\n<p>Kl\u00f6\u00dfe&#8230; dampfen auf den Tischen.<br>Jeder kann sich nun erfrischen.<br>Jeder auch sein Soll erf\u00fcllt!<br>Brot und Wurst wird aufgeschnitten:<br>Esst und trinkt und labt euch bitte!<br>Euren Hunger, Kinder, stillt!..<\/p>\n\n\n\n<p>Heute kommen ihre Paten.<br>Nach der sachlichen Beratung<br>ein Konzert f\u00fcr sie erklingt,<br>das erz\u00e4hlt von jenen Taten,<br>die der Nachwuchs, wohlgeraten,<br>jeden neuen Tag vollbringt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 3<br>Gabriele, Gabriele!<br>Sch\u00f6ne Tage gibt&#8217;s im Leben,<br>wo das Herz uns h\u00f6her schl\u00e4gt,<br>wo der reiche Erntesegen<br>und die W\u00fcnsche, dir wir hegen,<br>hell erleuchten unsern Weg.<\/p>\n\n\n\n<p>Lichterlohes Lagerfeuer.<br>Stunden, die das Herz erfreuen.<br>&#8222;Erntefest!&#8220; Das Spruchband prangt.<br>Das Erbl\u00fchen und Gedeihen<br>heut die Pioniere weihen<br>ihrem lieben Heimatland.<\/p>\n\n\n\n<p>Gurken, Zwiebeln und Tomaten,<br>rote R\u00fcben und Salate<br>schm\u00fccken bunt das Erntefest.<br>Das Gem\u00fcse ist geraten,<br>reich gedeckt ist heut die Tafel:<br>Alles, was sich denken l\u00e4sst!<\/p>\n\n\n\n<p>Und die jungen Pioniere<br>stolz den G\u00e4sten demonstrieren,<br>wie die Sonne hei\u00df gegl\u00fcht,<br>was man alles kann vollf\u00fchren,<br>wenn die H\u00e4nde flei\u00dfig r\u00fchren,<br>was man &#8211; arbeitsfroh &#8211; erzielt.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die Neulandveteranen<br>sehen, dass der Neulandsamen,<br>der vor Jahr und Tag ges\u00e4t,<br>bricht sich neue Lebensbahnen;<br>und es ist nicht schwer zu ahnen:<br>Richtig ist der Weg gew\u00e4hlt.<\/p>\n\n\n\n<p>Heute sind es schon die Enkel,<br>die den Lauf der Dinge lenken,<br>mit den V\u00e4tern fest vereint,<br>Herz und Hand der Heimat schenken<br>und ans Jahr ZWEITAUSEND denken,<br>dass auch dann die Sonne scheint&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 4<br>Schnell ist auch der Herbst vergangen.<br>Weiter geht es unbefangen:<br>Flei\u00dfig lernen sie jetzt Trumpf!<br>Wie der Sichel und der Hammer<br>halten alle stets zusammen:<br>Einheit nur genie\u00dft Triumph!<\/p>\n\n\n\n<p>Und sie gehen &#8211; kaum zu fassen! &#8211;<br>stolz schon in die achte Klasse.<br>KOMSOMOLZEN sind sie jetzt!<br>Unerm\u00fcdlich ist ihr Schaffen,<br>und im Tr\u00e4umen und im Wachen<br>sie der Tatendrang erg\u00f6tzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ja, die Komsomolzen m\u00fcssen<br>vieles k\u00f6nnen, Wissen Fortschritt hei\u00dft.<br>Doch erst rein ist dein Gewissen,<br>wenn der Fahne, die wir hissen,<br>deine Treue du beweist.<\/p>\n\n\n\n<p>Was vom Morgen wir ersehnen,<br>stellt uns oftmals vor Probleme,<br>meist verwickelt sonderlich.<br>H\u00fcrden, gilt es, dann zu nehmen.<br>Und es gibt kein Eingew\u00f6hnen,<br>bis der Mut die Schranken bricht.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00e4ndig w\u00e4chst das Interesse,<br>und die Komsomolzen schrecken<br>nie vor Unbilden zur\u00fcck.<br>Hei\u00dfe Wissbegier erweckend,<br>so viel Neues sie entdecken &#8211;<br>oftmals auch zutiefst verzwickt.<\/p>\n\n\n\n<p>Kraft anlegen kannst du immer.<br>&#8218;Neue H\u00f6hen stets erklimme!&#8216;<br>hei\u00dft dein Komsomolauftrag.<br>All dein M\u00fchen und dein Sinnen<br>widme deiner Heimat: innig,<br>Nutzen bringend Tag f\u00fcr Tag&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Dein Elan hat Frucht getragen?<br>Leitest einen Zirkel, Gabi?<br>Ja? &#8218;Der Mensch und die Natur&#8216;?<br>Dein Bem\u00fchen ist erhaben:<br>Hilf den Menschen! Sorge trage<br>um das Tierreich, Wald und Flur!..<\/p>\n\n\n\n<p>Kommt der sch\u00f6ne Sommer wieder,<br>singt ihr eure Lieblingslieder<br>fr\u00f6hlich auf dem R\u00fcbenfeld.<br>L\u00e4mmerwolken ziehn vor\u00fcber.<br>Warmer Regen geht dann nieder,<br>der zur rechten Zeit bestellt&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Komsomolzen, k\u00e4mpft entschieden<br>f\u00fcr Gerechtigkeit und Frieden,<br>gegen Hader, Zwist und Krieg!<br>Wenn die Menschen sich verbr\u00fcdern,<br>muss das B\u00f6se unterliegen.<br>Frieden ist der gr\u00f6\u00dfte Sieg!<\/p>\n\n\n\n<p>Gabriele, Gabriele,<br>rastlos und aus tiefster Seele<br>setzt euch f\u00fcr das Gute ein!<br>Alle V\u00f6lker einst erw\u00e4hlen<br>in dem edlen Freiheitsstreben<br>euren Weg, voll Sonnenschein.<\/p>\n\n\n\n<p><em>1984<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 1Gabriele, Gabriele!Ob wir uns denn nicht verz\u00e4hlen?Vierzehn Jahre bist du alt!&#8222;Oh! Sie w\u00fcnschen?.. Sie befehlen?..&#8220;Bist bem\u00fcht, es zu verhehlen,doch dein junges Blut schon wallt. Deine Augen, himmelblauen,allem auf der Welt vertrauen.Denn du bist ja noch ein Kind.M\u00e4dchen werden einstmals Frauen.Deshalb deine Augen schauen,wie es die Natur bestimmt: Treu und ehrlich, sanft und offen,manchmal aber &hellip; <\/p>\n<p class=\"link-more\"><a href=\"https:\/\/arnhold.eu\/?p=1447\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eGabriele\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-1447","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/arnhold.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1447","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/arnhold.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/arnhold.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arnhold.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/arnhold.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1447"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/arnhold.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1447\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1448,"href":"https:\/\/arnhold.eu\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1447\/revisions\/1448"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/arnhold.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1447"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/arnhold.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1447"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/arnhold.eu\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1447"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}