{"id":1421,"date":"2020-05-23T18:30:10","date_gmt":"2020-05-23T18:30:10","guid":{"rendered":"http:\/\/hermann.arnhold.eu\/?p=1421"},"modified":"2020-05-23T18:30:10","modified_gmt":"2020-05-23T18:30:10","slug":"gedanken-und-gefuehle","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arnhold.eu\/?p=1421","title":{"rendered":"Gedanken und Gef\u00fchle"},"content":{"rendered":"\n<p>Angst vor nichts<\/p>\n\n\n\n<p>In deinen Z\u00fcgen, Zeit,<br>ist so viel Unverst\u00e4ndliches!<br>So sage, wann erreicht<br>uns Hungerleider dein Progress,<br>den du so oft versprichst,<br>und dann es wieder unterl\u00e4sst?<br>Bis uns ereilt das Nichts<br>mit Herzinfarkt<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; nach schwerem Stress?<\/p>\n\n\n\n<p><a>Besorgt<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>O Geist, bist so verstimmt.<br>O Herz, bist so betr\u00fcbt&#8230;<br>Es hat wohl keinen Sinn,<br>ganz ohne Grund<br>sich in den Sumpf<br>der Apathie zu st\u00fcrzen?<br>Und wenn es einen gibt?<br>Und was vermag in diesem<br>und in jenem Fall<br>die rege Anteilnahme<br>am weiten Widerhall<br>der Umwelt zu besch\u00fctzen?<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Selbstbestimmung<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Nicht leicht sind zu entwirren<br>verwickelte Geschichten&#8230;<br>Wir biestern und wir irren<br>durch W\u00fcsten und erdichten<br>uns manches Eldorado<br>und \u00fcberspringen Kl\u00fcften<br>und finden neue Pfade &#8211;<br>um dann zur\u00fcckzufl\u00fcchten<br>zum Rand des Unterfangens,<br>um \u00e4ngstlich und versch\u00fcchtert<br>das Unheil zu bejammern,<br>das wir dereinst gestiftet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Ruin<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Sowjetdeutsche Literatur&#8230;<br>Ihr Pegasus stolpert<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; und strauchelt.<br>Es hilft ihm wohl kaum eine Kur:<br>Gebrochen sind l\u00e4ngst seine Fl\u00fcgel,<br>worauf seine Hoffnung er baute.<br>Im Staub des Ruins mu\u00df er liegen:<br>Kein Mitgef\u00fchl und kein Erbarmen,<br>vom Starrsinn verurteilt \u2013<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; zum Galgen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Antipoden<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Es ist keine neue Sentenz.<br>Gut ist der aufrechte Mensch.<br>Und seine und seiner Freunde<br>gespeicherte Intelligenz,<br>zusammengef\u00fcgt und vereint,<br>sich zu Gutem verpflichtend<br>und auf Wohltat gerichtet,<br>ist wie eine Festung aus Stein,<br>die nicht leicht ist zu st\u00fcrmen<br>von allerhand Einfaltspinseln<br>und von erbitterten Feinden<br>der edlen menschlichen W\u00fcrde,<br>die allein danach streben,<br>die lautere Wahrheit zu knebeln.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Sp\u00e4te Lyrik<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Keine N\u00e4chte sind zu dunkel,<br>um dein Mitgef\u00fchl zu f\u00fchlen.<br>Und ich eile schnell hinunter,<br>wo die Wogen mich umsp\u00fclen.<br>Jene Wogen an den Ufern<br>deiner Liebe, die dort branden.<br>Und ich brauche nicht zu suchen.<br>Und wir finden bald einander.<br>Oh, du meine sp\u00e4te Lyrik,<br>willst mich wiederum umschlingen,<br>um mich in dein Reich zu f\u00fchren,<br>wo die \u00c4olsharfen klingen!..<br>Und die frischen Fr\u00fchlingswinde<br>greifen in die Harfensaiten&#8230;<br>Und die Wehmut?..<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Oh, sie schwindet,<br>vom Gesang der Nacht begleitet.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Verzweiflungsschrei<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Hinausschreien m\u00f6cht&#8216; ich<br>den Schmerz in die Welt:<br>Wie lange noch bleiben<br>wir Deutschen ge\u00e4chtet?!<br>Ein halbes Jahrhundert<br>der Macht es gef\u00e4llt,<br>uns niederzupeitschen,<br>zu Staub zu zerreiben!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Zu selten<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Die seelischen<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp; und k\u00f6rperlichen Qualen<br>verschmelzen leicht<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp; und werden unertr\u00e4glich.<br>Doch mu\u00dft du sie,<br>solang du lebst, ertragen:<br>Auch Unm\u00f6gliches ist<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; mitunter m\u00f6glich.<br>Die Existenz des Menschen<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; ist ein Nachen,<br>worin die Hoffnungen<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; der Seele schwimmen<br>und auf ein Zeichen<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp; aus dem Weltall warten,<br>damit es ihren Kurs<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; zum Ziel bestimme.<br>Das Schicksal aber<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp; ist zu selten g\u00fcnstig.<br>Und seine Segel sind<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp; vom Sturm zerschlissen.<br>Es kentert oft sein Kahn<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; und mu\u00df versinken<br>im tiefen Ozean<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; der Widerspr\u00fcche.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>In schweren Tagen<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Das System traktierte<br>uns mit Eisenruten,<br>denn wir Repressierten<br>sollten all verbluten&#8230;<br>Doch wir Heimatlosen<br>hoffen noch und denken,<br>da\u00df man uns die Heimat<br>endlich wieder schenke,<br>die vor f\u00fcnfzig Jahren<br>man uns weggenommen,<br>ohne uns zu fragen&#8230;<br>Ach, ihr sch\u00f6nen Tr\u00e4ume!<br>Ach, Apotheose!<br>Hei\u00dft man uns willkommen<br>in der alten Heimat?<br>Gr\u00fcnen dort die Wiesen,<br>bl\u00fchen dort nun Rosen,<br>die uns Hoffnung geben?..<br>Nein, wir sind im Bilde:<br>Viel habt ihr erlitten,<br>heimatliche Gegend,<br>heimische Gefilde&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Bleiben wir vertrieben<br>f\u00fcr das ganze Leben?..<br>Oh, du wei\u00dft, wir bitten:<br>Gib uns deinen Segen,<br>Heimat an der Wolga,<br>Heimat meines Volkes!&nbsp;&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>Frostige Nebel<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Leben bis heute wir noch<br>fern im Jahrhundert der Sklaven?<br>Sind wir erw\u00e4hlt, um das Joch<br>der Unterwerfung zu tragen?<\/p>\n\n\n\n<p>Sind es die Folgen der Nacht,<br>die uns so lange verknechtet?<br>Ist es die Ohnmacht der Macht,<br>die uns entnervt und entkr\u00e4ftet?<\/p>\n\n\n\n<p>Oh! Ist der Mensch nicht bestimmt,<br>gl\u00fccklich auf Erden zu leben?..<br>Wenn man die Hoffnung ihm nimmt,<br>irrt er durch frostige Nebel&#8230;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><a>V\u00f6lkerschaften<\/a><\/h3>\n\n\n\n<p>Wenn die Gedanken auch zittern,<br>sind die Gef\u00fchle auch bitter,<br>wollen und m\u00fcssen wir leben,<br>Sonne erwartend und Segen,<br>wenn sich entl\u00e4dt das Gewitter.<\/p>\n\n\n\n<p>Denn: Wir geh\u00f6ren zusammen<br>trotz der Gewalt und Verdammung,<br>die uns so oft drangsalierten<br>und in das Dunkel uns f\u00fchrten,<br>dem wir &#8211; verkr\u00fcppelt! &#8211; entgangen.<\/p>\n\n\n\n<p>Und: Die Vernunft soll uns lehren,<br>Kummer und Schmerzen zu ehren,<br>die die Bedr\u00e4ngten empfinden,<br>Wenn sie als Volksstamm verschwinden&#8230;<br>Weil wir zusammengeh\u00f6ren!<\/p>\n\n\n\n<p>2. Mai 1991<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Angst vor nichts In deinen Z\u00fcgen, Zeit,ist so viel Unverst\u00e4ndliches!So sage, wann erreichtuns Hungerleider dein Progress,den du so oft versprichst,und dann es wieder unterl\u00e4sst?Bis uns ereilt das Nichtsmit Herzinfarkt&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; nach schwerem Stress? 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