{"id":1066,"date":"2020-05-15T16:24:45","date_gmt":"2020-05-15T16:24:45","guid":{"rendered":"http:\/\/hermann.arnhold.eu\/?p=1066"},"modified":"2020-05-15T16:24:45","modified_gmt":"2020-05-15T16:24:45","slug":"vom-guten-und-boesen-auf-unserem-wege","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/arnhold.eu\/?p=1066","title":{"rendered":"Vom Guten und B\u00f6sen auf unserem Wege"},"content":{"rendered":"\n<p>Die Wogen des Gro\u00dfen Oktober \u2013<br>sie sp\u00fclten hinweg,<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 was verfault und vermodert,<br>und fegen auch heute von Dreck,<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 was vermieft und verlogen.<br>Und aus den Annalen der Jahre<br>kann jeder die Wahrheit erfahren,<br>die lautere Wahrheit<br>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die sie niemals versteckt.<\/p>\n\n\n\n<p>Ach nein, unser Weg war nicht leicht.<br>Den V\u00e4tern und S\u00f6hnen und Enkeln<br>haben die Sorgen schon immer gereicht.<br>All das, was im Lande errichtet<br>in der siebzigj\u00e4hrigen Geschichte,<br>ist alles das Werk ihrer flei\u00dfigen H\u00e4nde,<br>ist Sch\u00f6pfung und Tat aller ehrlichen Menschen,<br>die offtmals auch bitter gelitten,<br>wenn heraufzog ein b\u00f6ses Gewitter.<br>Ihr Leben war oft ein Wir-M\u00fcssen.<br>Doch immer blieb rein ihr Gewissen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gellenden Flammen des B\u00fcrgerkrieges,<br>der damals spontan rings entbrannte,<br>die totale Zerr\u00fcttung des Landes,<br>die dr\u00fcckende Not und der bittere Hunger;<br>der zynische Aufmarsch der Intervention<br>und die schmutzige Wirtschaftsblokade<br>der fauchenden, frechen Entente \u2013<br>sie wurden allm\u00e4hlich bezwungen.<br>Auch das waren Schritte der Revolution<br>und Treppenaufg\u00e4nge des Sieges\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Jeder Weg hat ein Ziel, einen h\u00f6heren Zweck.<br>Der Gerechtigkeit strahlendes Licht,<br>ein Leben, gelebt nicht vergebens,<br>eine Welt, die uns Frieden verspricht,<br>waren noch immer das Ziel unsres Weges.<br>Doch f\u00fchrte er oft \u00fcber steinige Halden und Klippen\u2026<br>Was ein aufrichtiger Mensch alles kann!<br>Nat\u00fcrliche Freuden versp\u00fcrend,<br>voll Hoffnung und Zuversicht, schritten<br>die Bahnbrecher mutig voran \u2013<br>von der H\u00e4rte des Kriegskommunismus<br>hin\u00fcber dann \u00fcber die Riffe<br>der verwickelten, kichernden N\u00d6P<br>bis zu en Lichtern der Schwerindustrie,<br>bis zu den Fr\u00fcchten der Kollektivierung.<\/p>\n\n\n\n<p>Dabei auch Verst\u00f6\u00dfe und S\u00fcnden.<br>Verdrehung, Verzerrung, Verwirrung.<br>Und schmerzliche R\u00fcckgratverkr\u00fcmmung.<br>Und so viele der Besten, die das Beste verfochten,<br>mussten ihr Werk mit dem Leben bezahlen \u2013<br>sie fielen in den drei\u00dfiger Jahren<br>dem Personenkult Stalins zum Opfer.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch blieb unser Ziel \u2013 der Sozialismus,<br>der wahre,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; worum wir auch heute noch ringen\u2026<br>Und als die faschistischen R\u00e4uber<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; unser Land \u00fcberfielen,<br>hat wieder das Volk seine Treue<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; zur sozialistischen Heimat bewiesen<br>und in blutigen Schlachten<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; errungen den Sieg.<br>Das Blut der Millionen,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; die damals gefallen, &#8211;<br>es flammt als Gedankenfeuer auf den Pylonen<br>der Mahnmale all diese Jahre,<br>es prangt in den Bl\u00fcten der Fr\u00fchlingsp\u00e4onien<br>als Sinnbild der menschlichen G\u00fcte<br>und pocht in den Adern der Enkel als Warnung:<br>Verdammt sei auf ewig der Krieg!..<\/p>\n\n\n\n<p>Noch so manche bedr\u00fcckende Zeiten<br>finden sich in den Annalen.<br>Um so mehr aber w\u00e4rmede Strahlen<br>der Hoffnung, die nie uns verlie\u00df.<br>Vorbei war der schreckliche Krieg.<br>Armut, Ruinen und Tr\u00fcmmer.<br>Niedergebrannte D\u00f6rfer und St\u00e4dte\u2026<br>Drum hie\u00df es, von neuem beginnen\u2026<br>Wieviel M\u00fche und Kraft waren n\u00f6tig,<br>um die Wunden des Krieges zu heilen!<\/p>\n\n\n\n<p>Allm\u00e4hlich begannen die Fluren<br>des Friedens wieder zu gr\u00fcnen.<br>Man atmete durch. Man atmete auf:<br>Glaube und Zuversicht, sonnenbeschienen.<br>Und Schritt um Schritt, und Stufe um Stufe<br>bauten wur unser ruhiges Haus.<\/p>\n\n\n\n<p>Es wurde nun nicht mehr geschossen.<br>Es wurde nun Neuland erschlossen,<br>es wurden moderne Betriebe gebaut<br>und Bahnen ins Weltall gebrochen:<br>Der Weg in die Zukunft liegt offen,<br>wenn friedlich das Himmelszelt blaut\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Doch schlichten sich ein mit der Zeit<br>Versehen und Fehler und M\u00e4ngel erneut.<br>So manches Verd\u00e4chtige war nun erlaubt,<br>womit sich der Mensch<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; seiner Menschlichkeit selber beraubt.<br>Und siehe:<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Schon machte das \u00dcbel sich breit.<br>Mit Prunksucht und Trunksucht<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Betrug und Bestechung<br>verstand es das B\u00f6se,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; sich grausam zu r\u00e4chen.<br>Die Wahrheit?<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Sie ward in die Zange genommen.<br>Die lumpige L\u00fcge begann zu florieren.<br>Und so mancher Taugenichts<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; spielte den Frommen<br>und suchte ein gottloses Leben zu f\u00fchren<br>und \u201egottvoll\u201c<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; auf den \u201eHaufen\u201c zu schauen von oben.<br>Und die Sorgen und N\u00f6ten all derer,<br>die im Werk ihren Mann st\u00e4ndig stehen,<br>die wirken und weben und s\u00e4en,<br>wurden ganz leise zur Seite geschoben\u2026<\/p>\n\n\n\n<p>Das Gute und B\u00f6se auf unserem Wege<br>Standen sich st\u00e4ndig<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; und stehn sich auch heut gegen\u00fcber.<br>Jedoch triumphiert Mephisto wie immer zu fr\u00fch.<br>Das Licht der Gerechtigkeitsliebe,<br>die W\u00e4rme der wirklichen Demokratie<br>und die Sonne der menschlichen G\u00fcte<br>vermochten das dunkelste Dunkel des B\u00f6sen<br>sogar in der schwierigsten Zeit zu besiegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Wir sind nicht nur ehrlich entr\u00fcstet<br>\u00dcber den giftigen Dunst<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; der sittlichen, dreisten Delikte.<br>Es wird auch zur Tat nun geschritten.<br>Und Mark ist genug in den Knochen<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; der Umgestaltungsepoche.<br>Und es gibt auch genug<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; therapeutische Mittel,<br>um Schafm\u00fctzenbr\u00fcder,<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; die wohlig im Amtssessel nicken,<br>aus dem Dornr\u00f6schenschlafe zu r\u00fctteln\u2026<br>Wir sind Realisten.<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Und erfahrungsgem\u00e4\u00df Optimisten.<br>Und unsere Losung hei\u00dft:<br>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; Mehr Sozialismus!<\/p>\n\n\n\n<p>Und das B\u00f6se und all seine \u00dcbel<br>m\u00fcssen im heftigen Kampf<br>mit dem Guten und Sch\u00f6nen und Lichten<br>In unserm Vormarsch allendlich verspielen.<\/p>\n\n\n\n<p>&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp; <em>1987<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Wogen des Gro\u00dfen Oktober \u2013sie sp\u00fclten hinweg,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 was verfault und vermodert,und fegen auch heute von Dreck,\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 was vermieft und verlogen.Und aus den Annalen der Jahrekann jeder die Wahrheit erfahren,die lautere Wahrheit\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 die sie niemals versteckt. 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